Lokales FD 18.07.2025

Münzschatz im Vonderau Museum – Interessanter Vortrag

Fulda (pm/sim) – Ein bedeutender Münzschatz, der jahrhundertelang im Boden des Florenbergs verborgen war, ist nun im Vonderau Museum zu sehen. Die „Stiftung Fuldischer Kulturbesitz“ konnte die historischen Fundstücke sichern. Es handelt sich um sogenannte Brakteaten – eine frühe Form von Münzgeld. Diesen Begriff erläutert Bundesbankdirektor Frank Elster am Donnerstag, den 24. Juli ab 19 Uhr mit einem Vortrag in der Kapelle des Vonderau Museums bei freiem Eintritt

Der Fund: Brakteaten Foto: Stiftung Fuldischer Kulturbesitz

Der vollständige Titel des Vortrags lautet: „Was, bitte, sind Brakteaten oder Brakteaten, Bretton Woods und Bytes – Ein Museumsrundgang durch die Geschichte der Geldordnungen bis zum digitalen €uro“. Der Münzschatz wurde bereits vor 1945 wiederentdeckt und befand sich seither im Besitz einer Familie. Warum und von wem die 259 Münzen ursprünglich am Florenberg vergraben wurden, bleibt bis heute unklar. Sicher ist nur: Die Zeiten waren auch in der scheinbar ruhigen Region um Fulda unsicher. Seit 1312 residierten die Abtsfürsten außerhalb des Klosters in der sogenannten Abtsburg. Als Fürst Heinrich V. jedoch eine zweite Burg innerhalb der Stadt errichten ließ, eskalierte die Lage: Die Bürger stürmten und zerstörten beide Burgen, der Abt floh – und der Kaiser verhängte die Reichsacht über Fulda. 1331 mussten die Bürger die Burg auf kaiserlichen Befehl wieder aufbauen; die Rädelsführer wurden hingerichtet. In einer solchen Atmosphäre war Angst zweifellos ein naheliegender Grund, Wertgegenstände wie Münzen im Boden zu verstecken. Der Fund besteht ausschließlich aus Brakteaten der Abtei Fulda und wurde vermutlich vor dem Jahr 1320 auf dem Florenberg vergraben. Da die ersten Finder bzw. Besitzer offenbar wenig Interesse an den „Blechstücken“ hatten, wurden sie in einer Kiste aufbewahrt und über drei Generationen weitervererbt. Insgesamt umfasst der Fund 259 Exemplare – darunter 246 ganze Stücke (teils mit Abbrüchen) und 13 geschnittene Hälften. Referent Frank Elster absolvierte nach Abitur und Wehrdienst ein Studium an der Hochschule der Deutschen Bundesbank. Nach Stationen in verschiedenen Dienststellen ist er seit 1987 in der Zentrale der Bundesbank in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge im In- und Ausland zu Themen rund um Zentralbanken und lebt seit 1992 in Fulda.