Für beide Teams ist es das erste Pflichtspiel, für Kerzell sogar das erste Spiel in der Vorbereitung überhaupt: Am 1. Juli hat die Mannschaft von Trainer Florian Günther das Training aufgenommen, seitdem vier Einheiten absolviert. Mit dabei war unter anderem Kevin Junk, der vom Nachbarn Löschenrod ins Trainerteam der Helvetia gewechselt ist – und direkt ein Stück weit das Ruder an sich gerissen hat: „Er hat direkt taktische Sachen eingestreut und arbeitet sehr akribisch“, schmunzelt Günther, der positiv gestimmt auf das Duell mit Künzell vorausblickt: „Das sind eigentlich immer angenehme Spiele, darauf freut man sich. Vielleicht sitzen wir nachher noch zusammen und trinken gemütlich ein Bierchen.“
Weiterkommen will Günther mit seinem Team natürlich trotzdem: „Wir haben alle Lust und Bock, wieder Fußball zu spielen“, gibt er nach dem Abstieg an. Einfach werden dürfte die Aufgabe gegen den klassenhöheren TSV nicht, wenngleich Künzell-Trainer Jochen Maikranz mit Vorsicht an die Sache herangeht: „Kerzell ist ja gerade erst abgestiegen und war vorher jahrelang in der Gruppenliga. Ich glaube, das wird erstmal eine offene Partie“, erläutert Maikranz, der im Sommer vom VfB Oberndorf an die Tannen gewechselt war: „Es ist ja auch die Frage, wer beiden Teams am Mittwochabend zur Verfügung steht. Bei uns wird es zum Beispiel bestimmt Änderungen auf drei oder vier Positionen geben“, sprach Maikranz die personelle Situation an.
Im Gegensatz zu Kerzell hat Maikranz mit dem TSV bereits getestet, am vergangenen Wochenende standen die Gemeindemeisterschaften an. Dort unterlag Künzell erst im Finale der SG Edelzell/Engelhelms, trat allerdings auch mit einer gemischten Mannschaft an. „Wir haben das Finale etwas abenteuerlich verloren“, wirft Maikranz einen Blick zurück, sieht jedoch das Positive: „Ein paar Dinge haben schon gut funktioniert. Es ist auch gut, dass wir direkt in den Wettkampfmodus reingekommen sind. Das ist für einen neuen Trainer auch besser. Es geht darum, aus den Fehlern zu lernen und auf Wettkampfbasis weitere, wichtige Eindrücke zu sammeln. Es ist ein Pflichtspiel und das gehen wir motiviert an.“
Dass es überhaupt zur Zweitrundenpartie zwischen Kerzell und Künzell kommt, entschied sich übrigens erst kurzfristig – bei der Auslosung unter der Leitung von Pokalspielleiter Marcus Klimek fehlte die Mannschaft von Florian Günther im Lostopf, obwohl der Kreisoberligist eigentlich gemeldet hatte. Künzells eigentlicher Gegner, die Spvgg. Bimbach, befand sich dagegen im Topf, obwohl die Elf von Darius Giemza keine Intention hatte, am Kreispokal teilzunehmen. Unter der Zustimmung von allen anwesenden Vereinsvertretern übernahm die Helvetia dann den Bimbacher Startplatz. „Eine kuriose Geschichte“, berichtete auch Kerzell-Trainer Florian Günther: „Wir hatten uns angemeldet, scheinbar gab es da aber irgendeinen Fehler im System.“
Neben dem Derby zwischen dem Süd-Kreisoberligisten und Maikranz‘ Künzellern, das schon ein Zweitrundenspiel ist, stehen außerdem noch drei weitere Erstrundenpartien auf dem Programm: Kreisoberligist Weyhers empfängt am Mittwoch den A-Ligisten TV Neuhof, hier haben sich beide Vereine auf einen Heimrechttausch verständigt: Als klassentieferes Team hätte Neuhof die Partie im Normalfall ausgerichtet. Weiterhin gastiert der KOL Süd-Dritte der abgelaufenen Saison, die SG Rückers, bei der SG Rönshausen und ist dabei genauso in der Favoritenrolle wie Schmalnau/Hettenhausen als amtierender Meister der A-Liga Rhön bei der SG Maberzell/Gläserzell. Gerade der TVN dürfte jedoch äußerst motiviert in die Partie gehen, könnte mit dem SV Neuhof doch in der zweiten Runde ein echtes Derby warten.
Kreispokal Fulda – Erste Runde
Mittwoch
19 Uhr
Weyhers – TV Neuhof
Rönshausen – Rückers
Maberzell/Gläserzell – Schmalnau/Hettenhausen (in Gläserzell)
Kreispokal Fulda – Zweite Runde
Mittwoch
19 Uhr
Kerzell – Künzell
