Lokales FD 26.07.2025

Klinikum Fulda muss in kommunaler Hand bleiben: SPD zu Besuch

Fulda (pm/as) – Die Zukunft des Klinikums Fulda und die Rolle der Stadt standen im Fokus eines Gesprächs zwischen dem Arbeitskreis Gesundheit des SPD-Stadtverbandes Fulda und dem Klinikumsvorstand, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel und Michael Wilhelm. Für die SPD ist klar: Das Klinikum Fulda gehört in kommunale Trägerschaft – und daran soll sich auch nichts ändern.

Foto: SPD Fulda

 

Optimismus trotz Reformen: Maximalversorgung gesichert

Vorstandssprecher Dr. Thomas Menzel gab einen Überblick über die aktuelle Gesundheitsreform, deren Umsetzung noch nicht begonnen hat. Er zeigte sich optimistisch: Das Klinikum Fulda sei bestens aufgestellt und kann als Level 3- Klinik weiterhin die Maximalversorgung für die Region und darüber hinaus sicherstellen.

Nachwuchs sichern: Ausbildung und Kooperationen

Ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Klinikums Fulda ist die seit vielen Jahren bestehende Kooperation mit der Phillips-Universität Marburg zur Ärzteausbildung. Seit zwei Jahren absolvieren jeweils 90 Studierende pro Jahr ab dem 7. Semester ihre Ausbildung am Klinikum Fulda. Für das anschließende „Praktisches Jahr“ des Studiums ist die Nachfrage aus dieser Gruppe heraus stark gestiegen. Das Klinikum bildet zudem in zahlreichen weiteren Berufen aus. Der Neubau der Cuno-Raabe-Schule wird als großer Vorteil gesehen, da nach dem Umzug der Schule in den Neubau ein Großteil der Ausbildung des Klinikums zukünftig im bisherigen Gebäude stattfinden kann.

Medizinische Versorgungszentren: SPD wünscht Hausarzt-MVZ

Angesichts des drohenden Hausarztmangels erkundigten sich die Sozialdemokraten nach der Bereitschaft des Klinikums, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) für Hausärzte einzurichten. Die SPD favorisiert einen Standort auf dem ehemaligen Kerber-Kaufhaus-Gelände. Der Vorstand zeigte sich prinzipiell offen, betonte jedoch, dass neben der Standortfrage auch die weiteren Rahmenbedingungen für ein solches MVZ für Hausärzte vorab gründlich zu prüfen seien.

Herausforderungen in der Psychiatrie: Fachkräftemangel und Forderungen

Ein weiteres Thema war die steigende Nachfrage in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Fulda, die jedoch unter dem Fachkräftemangel leidet. Dr. Menzel forderte eine schnellere Anerkennung der Abschlüsse ausländischer Ärzte und betonte, dass der weitere Ausbau des Campus Fulda auch an dieser Stelle das Klinikum für die dringend benötigte Fachärzte attraktiver machen würde.

Stadt als Partner: Verbesserte Rahmenbedingungen gefragt

Die SPD-Arbeitsgruppe interessierte sich besonders dafür, wie die Stadt Fulda verbesserte Rahmenbedingungen schaffen kann. Neben ausreichendem Wohnraum wurden weitere Punkte diskutiert:

Bezahlbarer Wohnraum: Das künftige Wohnangebot im Waidesgrund für Auszubildende und Studierende ist ein wichtiger Schritt, reicht aber aus Sicht der SPD noch nicht aus. Die Idee der SPD, auch Grundstücke für Personal bereitzustellen, das sich dauerhaft in Fulda niederlassen und bauen möchte, wurde grundsätzlich begrüßt.

Öffentlicher Nahverkehr: Das Klinikum wünscht sich eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots. Zu viele Mitarbeiter sind auf das Auto angewiesen, was zu Parkplatzproblemen führt. Der Vorstand setzt hier auf eine Lösung durch Bike-Sharing, Jobrad und einen optimierten ÖPNV.

Betriebskindergarten: Ein Betriebskindergarten mit flexiblen Öffnungszeiten könnte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für das Personal deutlich verbessern, da die Schichtzeiten oft mit den regulären Kita-Öffnungszeiten kollidieren.

Die SPD hat die Anregungen des Klinikums aufgenommen und wird sie in die kommunalpolitische Diskussion einbringen. „Ganz wichtig ist für uns, dass das Klinikum Fulda in kommunaler Trägerschaft bleibt und daran soll sich auch nichts ändern“, bekräftigten die Vertreter des Arbeitskreises Gesundheit des SPD-Stadtverbandes und bedankten sich für das konstruktive Gespräch.