Lokales FD 02.07.2025

Keine Wasserknappheit in Künzell – Diskussion um Straßenbeiträge

Engelhelms (sk) – Unter anderem um eine Gefahrenabwehrverordnung bei Trinkwassernotstand und einen Antrag zu verringerten Beiträgen bei der Sanierung „historischer Straßen“ ging es am Dienstag bei den Künzeller Gemeindevertretern. Die Sitzung, die diesmal in Engelhelms stattfand, ging zügig und die Beschlüsse wurden weitestgehend einstimmigen gefasst.

Fotos: Stefan Krug.

Einstimmig beschlossen wurde in der Sitzung eine „Gefahrenabwehrverordnung über die Einschränkung des Verbrauchs von Trinkwasser bei Notständen in der Wasserversorgung“. Sollte es aufgrund von Klimaereignissen, langfristigen Stromausfällen oder sogar kriegerischen Auseinandersetzungen zu Versorgungsnotständen kommen, kann der Künzeller Bürgermeister zukünftig den Notstand feststellen und reglementierend in den Verbrauch für bestimmte Zwecke eingreifen. Laut Bürgermeister Timo Zentgraf sei es für Künzell ein eher theoretisches Problem: „In Künzell haben wir momentan noch keine Probleme. 98 Prozent unseres Wassers kommt aus Tiefbrunnen, die zurzeit sogar mehr schütten wie in den letzten Jahren. Ich selbst würde mich da eher für eine kreisweite Regelung aussprechen. Für die Gemeinde ist weniger Wasserverbrauch sogar eher kontraproduktiv. Je weniger verbraucht wird, umso teurer wird es pro Liter. Bei uns ist das Wasser teurer – wir holen es aus 150 Meter Tiefe, während es bei anderen aus dem Berg läuft. Da spüren wir zum Beispiel die erhöhten Stromkosten, welche in den letzten Jahren von 80.000 Euro auf jetzt 140.000 pro Jahr gestiegen sind.“

Auf Antrag der CWE wurde über die geringere Straßenbeiträge beim „Neuausbau historischer Straßen“ beraten. Thomas Grünkorn stellte dabei klar, dass es nicht um rechtlich historische Straßen gehe, sondern um seit Jahrzehnten, teilweise vor der Gebietsreform, erstmals asphaltierte Straßen, in welchen die Anlieger laut der Gemeindesatzung beim Neuausbau 90 Prozent der Kosten tragen sollen: „Das sind dann oft größere fünfstellige Beträge. Für Einzelne sind das enorme Belastungen, die oft Rentner oder kleine Selbstständige treffen. Und ich will nicht, dass es so kommt wie es anderen Kommunen zu hören war, dass den Anliegern gesagt wurde ‚Dann musst Du halt verkaufen‘.“ Erschwerend käme noch hinzu, dass die alten Teerdecken teuer als Sondermüll entsorgt werden müssten. In einer früheren Satzung seien bei einem Ausbau nur Kosten von 50 oder 75 Prozent auf die Anlieger umgelegt worden. Bürgermeister Timo Zentgraf entgegnete dazu, dass die Verwaltung 27 Verdachtsfälle gefunden habe, in denen es Straßen gäbe, die so ausgebaut seien, dass Regelung mit den 90 Prozent greifen könne. Es handele sich dabei um Straßen aus den siebziger und achtziger Jahren ohne Randbefestigung, die später teilweise noch einmal „notdürftig überteert“ wurden: „Dort wurden nie Anliegerbeiträge gezahlt. Die hatten also bisher einfach nur Glück. Eine Absenkung muss die Gemeindevertretung beschließen und das heißt dann ‚Der Einzelne profitiert und die Allgemeinheit muss bezahlen‘.“ Beschlossen wurde dann, zu überprüfen, wie Beiträge auf Straßen, für bisher nie bezahlt wurde gesenkt werden können. Auch Zentgraf sprach sich dafür aus, die Entsorgungskosten nicht umzulegen und im Haupt- und Finanzausschuss hatte es schon eine Tendenz gegeben, auf 70 oder 80 Prozent abzusenken. Das Thema wird die Gemeindevertreter also weiter beschäftigen.

Weiter Thema war der „Solarpark Engelhelmser Hecken“ am Gemarkungsdreieck Engelhelms, Pilgerzell, Eichenzell. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan wird noch einmal öffentlich ausgelegt. Der Investor, welcher, wie Bürgermeister Zentgraf bestätigte, noch nicht feststeht, soll nach dem Wunsch der Gemeindevertretung „eine Bürgerbeteiligung“ anbieten.