Lokales FD 13.07.2025

Kämmerzeller gegen Solarpark – Bürgerhaus-Eröffnung im August

Fulda (sk) – Die erste Sommerbegehung der Fuldaer CDU-Fraktion in diesem Jahr führte nach Kämmerzell. Rund 150 Bürger waren der Einladung gefolgt, auch um deutlich zu machen, dass sie keinen Solarpark in direkter Sichtweite am Ortsrand, hinter dem gerade im Bau befindlichen Bürgerhaus, haben wollen.

Hier sollte der Solarpark entstehen. Foto: Stefan Krug

Nachdem sich die CDU-Fraktion schon im Vorfeld, nachdem alle sieben Ortsbeiratsmitglieder sich einstimmig gegen die Bebauung der Fläche mit einer PV-Anlage ausgesprochen hatte, sich in einer Pressemitteilung dem Votum angeschlossen hatte, war es keine Überraschung das Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann die vielen Anwesenden, welche sie mit einem Protestplakat begrüßten, hier beruhigte: „Wir sind für erneuerbare Energien, aber bitte nicht an dem geplanten Ort. Die Betroffenheit der Bürger war zu stark.“

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld schloss sich in seiner Begrüßung dem an: „Wir sind da. Um miteinander zu sprechen und um zuzuhören. Wir leben in einer Demokratie und die lebt vom Austausch.“ Der Kämmerzeller Ortsvorsteher Christian Ruppel verwies auf die einstimmige Abstimmung des Ortsbeirats gegen den sechs Hektar großen Solarpark auf einer augenscheinlich in diesem Jahr noch nicht genutzten Wiese, die momentan einem Investor aus der Schweiz gehört. Wobei Ruppel selbst bestätigte: „Fachlich gibt es keine Gegenargumente gegen den Bau außer unserem Votum. Wir wollten es aus optischen Gründen nicht, da es die Aussicht, auch aus dem Bürgerhaus, in die Natur behindert.“ Grundsätzlich sprach er sich auch dafür aus „gemeinsam mit dem Oberbürgermeister“ nach Flächen in Kämmerzell „außerhalb der Bebauung zu suchen: „Wenn das etwas wird, wäre es eine gute Sache.“

Mit der Aufgabe des Projekts Solarpark ist auch eine Nahwärmeversorgung in Kämmerzell unwahrscheinlich geworden. Oberbürgermeister Wingenfeld verwies darauf, dass aus praktischen Gründen in Fulda fast nur Photovoltaik als erneuerbare Energie möglich sei. Wenn mit dem erzeugten Strom dann eine Wärmepumpe direkt vor Ort beliefert würde, wäre es eine „Wertschöpfung direkt für die Bürger vor Ort“. Bisher gibt es noch keinen Solarpark im Stadtgebiet, wozu der OB anmerkte: „Wenn zukünftig einer entsteht, halte ich es für wichtig, dass die Bürger sich beteiligen können. Wenn er auf Flächen entsteht, die der Stadt gehören, wäre ich für eine solche Beteiligung.“

Ein weiterer Besichtigungspunkt war das Neubaugebiet „Nördliche Pfingstweide“, wo auf knapp sechs Hektar rund 60 Bauplätze entstehen werden. Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte die ungefähre Aufteilung der Bauplätze, die vielleicht schon 2026, aber spätestens 2027, vergeben werden sollen. Vorher müssen im kommenden Jahr noch die Abwasserleitungen und die Baustraße fertiggestellt werden. Die Bewerbungsphase werde „öffentlich kommuniziert“, und die Vergabe erfolge nach den bekannten Kriterien der Stadt mit einem bevorzugten Verkauf an Familien und in Vereinen tätigen Personen.

Erfreulich für die Kämmerzeller ist es, dass schon im August das sanierte und erweiterte Bürgerhaus eröffnet wird – die ersten Veranstaltungen sind sogar schon geplant, darunter drei Hochzeiten. Stadtbaurat Schreiner erläuterte, was mit den Investitionen in Höhe von 4,5 Millionen Euro gemacht wurde: „Wir bekommen hier jetzt endlich Barrierefreiheit und Platz für die Vereine. Für die Fuldatal-musikanten entsteht im Untergeschoss ein Proberaum ohne Sicht- und Akustikhindernisse. Wir haben in Kämmerzell ein sehr aktives Vereinsleben, die können jetzt her aktiv werden.“ Architekt Benjamin Kropp, gleichzeitig CDU-Stadtverordneter, erwähnte besonders, dass bei der Erweiterung der Nutzfläche von 790 auf 1150 Quadratmeter von den 25 ausführenden Firmen „fast alle aus der Region“ kommen, drei sogar direkt in Kämmerzell in Sitz haben. Nach dem Ortsrundgang hatte die CDU-Fraktion dann noch zu einem Austausch bei Bratwurst und Getränken auf der Streuobstwiese eingeladen – ein Angebot das nach den teils emotionalen Diskussionen gerade zum Solarpark von den meisten Anwesenden gerne angenommen wurde.