Am Donnerstagabend stand für Neuhof noch ein Testspiel gegen den TSV Wirtheim auf dem Programm, drei Tage später geht es dann nach Alsfeld zum Kreisoberligisten Leusel – ein Spiel, was am Fuße des Monte Kali nicht höchste Priorität genießt: „Natürlich wollen wir gewinnen“, sagt SVN-Torwarttrainer Pascal Nagel: „Aber es ist auch nicht tragisch, wenn nicht.“ Stattdessen liege der Fokus auf dem Ligaalltag, allerdings nicht einmal zwingend auf sofortigem Erfolg. „Eigentlich weiß jeder, dass der Verein so ein bisschen gebrandmarkt ist“, sprach Nagel die Philosophie des ehemaligen Hessenligisten auf dem Transfermarkt an, vorrangig Spieler aus dem Ausland zu verpflichten. „Wir würden gerne auch auf Spieler aus der Region setzen, diese Spieler müssen aber auch erstmal zu uns kommen wollen. Das war schon in der Hessenliga nicht einfach, aber noch möglich. In der Gruppenliga jetzt ist das fast aussichtslos“, bedauert Nagel, der seinen Verein in dieser Thematik auch nicht von sämtlicher Schuld freispricht. „Aber es gehören immer mehrere Parteien dazu.“ Schließlich seien die infrastrukturellen Voraussetzungen in Neuhof mit dem neuen Kunstrasenplatz wahrscheinlich besser denn je. „Ich hoffe deswegen, dass die Leute von außerhalb uns vielleicht mal etwas anders beurteilen und wir es schaffen, in der Region ein bisschen zusammen zu halten. Die Zuschauer, aber auch der Verein.“
Einfach sei dies jedoch nicht, immerhin besteht auch der aktuelle Kader vorwiegend aus Spielern aus dem Ausland. „Was kein Problem ist, solange die Kommunikation funktioniert. Wir haben einen Torwart mit großem Potenzial, wir müssen aber mit Händen und Füßen kommunizieren, da er kein englisch spricht“, erläutert der Torwarttrainer: „Die Kommunikation auf und neben dem Platz ist das Entscheidende. Und die ist teilweise leider kaum möglich. Die Jungs haben Qualität und können alle Fußball spielen. Das ist überhaupt nicht das Problem.“ Entsprechend schwer tut sich Nagel auch mit einer Zielsetzung für die anstehende Spielzeit in der Gruppenliga. „Zu sagen, wir wollen direkt wieder hoch, wäre Quatsch. Wir starten mit der Mannschaft wieder bei null und müssen entsprechend abwarten. Meiner Meinung nach sollte das Ziel sein, erstmal guten Fußball zu zeigen und zu erreichen, dass Zuschauer und auch andere Vereine gerne zu uns kommen.“ Die erste Möglichkeit dazu bietet sich dem SV Neuhof jedenfalls am Sonntag in Leusel.
