Fußball 31.07.2025

Gruppenliga – Viele neue Gesichter – Aufsteiger wollen überraschen

Osthessen (pf) – Die Fußball-Gruppenliga bereitet Jahr für Jahr große Freude und rückt gefühlt immer enger zusammen: Diese Saison haben sich von „oben“ die SG Bronnzell, der SV Neuhof und Aulatal dazugesellt, als Aufsteiger wollen Vogelsberg, Sickels, Niederaula/Kerspenhausen und Thalau für ordentlich Lärm sorgen. Und die etablierten Teams? Viele starten erneut ins Ungewisse, wenn es am Freitag (19 Uhr) beim Duell Elters/Eckweisbach/Schwarzbach gegen Schlüchtern mit der neuen Runde losgeht.

Die SG Sickels will die Gruppenliga aufmischen. Fotos: Natalia Lindt, Justin Klenner

Auch bei der FSG Vogelsberg ist die Euphorie noch groß.

Vergangene Saison feierte die SG Oberzell/Züntersbach die Meisterschaft...

... wollte aber ebenso wie die SG Schlüchtern nicht aufsteigen.

Fast die Hälfte der Liga ist neu

Sieben Mannschaften von 16 sind neu – also fast die halbe Gruppenliga. Abstiegs-Ernüchterung gab es bei den einen, Aufstiegs-Euphorie gibt es noch bei den anderen. „Alle müssen sich erstmal akklimatisieren“, sagt also Vogelsbergs Spielertrainer Fabian Lehmann, der die Gruppenliga aus seinem Kader zwar am besten kennt, aber sich genauso auf die neuen Gegner einstellen muss. Die FSG hat den Klassenerhalt als „Prio eins“ ausgegeben, doch schreckt nicht zurück, anzugreifen: „Natürlich wissen wir, dass sich viele Gegner nicht hinten rein stellen werden wie in der Vorsaison. Aber wir haben die letzten Jahre dazugelernt, und werden nichts umstellen, was unsere grundsätzliche Spielweise angeht. Wenn wir den Ball haben, wollen wir im Spiel den Takt auch vorgeben“.

Königstransfer Patrick Schaaf wird bei der FSG wohl beim Auftakt am Sonntag (15 Uhr) gegen Hönebach auflaufen – danach aber erstmal urlaubsbedingt fehlen. „Sein Pass liegt bei uns. Aber er hat ja die Regionalliga nicht umsonst aufgegeben, um mehr Zeit zu haben“, sagt Lehmann, ergänzt aber auch mit einem Lachen: „Wenn so eine Personalie sonntags um 13 Uhr noch signalisiert, dass es passen würde, passt man sich dem natürlich gerne an“. Selbst wollen die Vogelsberger konkurrenzfähig sein, Paroli bieten, und die wenigen Lokalduelle mitnehmen, die es gibt: Freiensteinau und Großenlüder sind die nächsten Gegner, besonders auf das Wiedersehen mit der Teutonia freue sich Lehmann – kurioserweise absolvierten beide Teams am Montag erst noch ein Testspiel gegeneinander.

 

Neulinge wollen mutig sein – Durchmarsch?

Während die SG Niederaula/Kerspenhausen die Nachfolge der FSG Bebra, die direkt wieder runter musste, als Nord-Meister antritt, schaffte Thalau den Aufstieg über die Relegation. Beide wollen sich in der Gruppenliga etablieren – der FSV gastiert zum Start bei Jochen Maikranz‘ Künzellern, Veapis SGNK spielt beim Verbandsliga-Absteiger Bronnzell.

Vierter Aufsteiger ist die SG Sickels, die selbst keine großen Ziele offen ausgibt, aber intern mit den Hufen scharrt: Ein zweiter SV Hofbieber, der durchmarschiert? Davon will SGS-Trainer Francisco Martinez noch nichts wissen, sagt aber mehrmals: „Ich traue den Jungs viel zu. Es wird eine sehr schwierige, ausgeglichene Saison, in der es keine Ausreißer geben wird. Die Absteiger musst du immer im Auge haben, aber ich denke, dass fünf Spieltage vor Schluss noch mehrere Mannschaften vorne dabei sind und der Siebte wahrscheinlich noch nach unten schauen muss“. Auch für die Vereine wünsche sich das Martinez: „Es soll ja um was gehen“. Auftaktgegner Neuenstein schätzt der Trainer als harte Nuss ein, „sie sind schwer zu beurteilen, haben einen neuen Trainer und vielleicht eine neue Spielidee“, so der SGS-Coach vorm Duell mit Fabian Kallees SGN. Mit der Vorbereitung ist Martinez soweit zufrieden: „Es zeigt sich jetzt im ersten Spiel aber erst, ob wir auch von der geistigen Frische her da sind“. Den Sickelser Spielstil wolle das Team beibehalten, die offensiven Qualitäten auf den Platz bringen. „Da sind wir auch stark. Der eine weiß, was der andere macht. Aber wir hatten letztes Jahr auch Spiele, wo wir anders gespielt haben“. Einige Urlauber und Ausfälle habe Martinez noch, das soll aber für den Auftakt erstmal keine Rolle spielen: „Die Jungs freuen sich, das merkt man. Wir können uns in der Gruppenliga mit anderen messen und weiterentwickeln, das wollen wir auch. Die letzten Jahre ging es viel bergauf, jetzt kann es aber passieren, dass wir mal mehrere Spiele verlieren. Aber ich denke, die Jungs können auch das wegstecken“.

 

Auftakt am Freitag in der Rhön

Was tut sich bei den gestandenen Vertretern? Ein besonderes Auge dürften die Gruppenliga-Fans auf Oberzell/Züntersbach und Schlüchtern werfen, die im Vorjahr auf den Aufstieg verzichteten. Die SGOZ wurde Meister – und startet nach der Kooperation mit Weichersbach im Sommer nun beim Verbandsliga-Absteiger SG Aulatal. Die SGS hingegen landete gleich zweimal in Folge in den Top Vier. „Aber davon wollen wir uns nicht blenden lassen“, sagt Trainer Andreas Drews, den erstmal ein „einstelliger Tabellenplatz“ zufriedenstellen würde, der aber natürlich auch alles nimmt, was darüber hinaus möglich ist. Was die Vorbereitung angeht, „hätte ich gerne noch eine Woche länger gehabt“, so Drews, der von einer „Wundertüte“ spricht und seine Mannschaft meint: „Einige hängen schon noch ein paar Prozent hintendran. Der Anfang ist immer schwer, jeder will gut reinkommen. Nach fünf, sechs Spielen würde ich das gerne beurteilen. Auch eine Niederlage am Anfang ist kein Beinbruch, solange man dann anfängt, zu punkten“. Neben den Urlaubern Mitrev und Lazarevski sind alle Mann an Bord – und das SGS-Auftaktprogramm ist ebenso eine Wundertüte: Zum Start geht es am Freitag zur SG EES mit dem neuen Coach Sascha Fiedler, danach kommen mit Aulatal ein Absteiger, mit Vogelsberg und Sickels in den ersten Wochen zwei Aufsteiger, dazu noch Großenlüder (ebenfalls mit einem neuen Trainer) und der Evergreen gegen die SGOZ. Es ist also für Spannung gesorgt, in der gesamten Liga, ist sich Drews sicher: „Die Mannschaften trennt gar nicht so viel. Der Zehnte kann um den Aufstieg spielen und der Fünfte lange gegen den Abstieg“. Das Schlüchterner Kreisderby Bad Soden II gegen Freiensteinau und das Heimspiel der Teutonia gegen den neu aufgestellten SV Neuhof komplettieren schließlich den ersten Spieltag.

 

Gruppenliga

 

Freitag

19 Uhr

Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Schlüchtern (in Eckweisbach)

 

Sonntag

15 Uhr

Sickels – Neuenstein

Vogelsberg – Hönebach (in Herbstein)

Großenlüder – SV Neuhof

Bad Soden II – Freiensteinau

Bronnzell – Niederaula/Kerspenhausen

Künzell – Thalau

Aulatal – Oberzell/Züntersbach (in Oberaula)