Die Idee zu dem Projekt des Insektenhotels ist bereits mehrere Jahre alt und wurde damals wie heute vom Künzeller Ortsvorsteher Eugen Heidelmeier vorangetrieben. „Wir haben die Idee jetzt wieder aufgegriffen, nachdem es ja bereits ein Hotel am Bürgergarten gibt und das ausgezeichnet funktioniert. Deswegen freut es mich, dass jetzt hier ein zweites entstanden ist“, erklärte Heidelmeier und bedankte sich bei allen Anwesenden, unter anderem auch bei Timo Zentgraf, Bürgermeister der Gemeinde Künzell.
Dank der Unterstützung von den Zimmerer-Azubis des Berufsbildungszentrums Bau Osthessen (BBO) unter der Anleitung von Ausbilder Ralf Herget konnte das theoretische Vorhaben der Nisthilfe schnell in die Praxis umgesetzt werden, die Auszubildenden leisteten beim Bau ganze Arbeit und überzeugten sich am Montagnachmittag unter anderem selbst von ihrem Werk. Aufgestellt wurde das zweite Insektenhotel vom Künzeller Bauhof und finanziert unter anderem durch tatkräftige Unterstützung von Bernd Eckart, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen in Künzell, dessen Partei 450 Euro für die Füllung und Aufstellhilfe zur Verfügung stellte. Für die Mitgestaltung waren Ortsvorsteher Heidelmeier, die Marketingabteilung der Gemeinde sowie Beraterin Julia Vogt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland verantwortlich – Vogt klärte alle Beteiligten darüber hinaus auch auf, auf was es bei der Inbetriebnahme eines solchen Hotels alles zu achten gilt. „Für die Augen wäre es beispielsweise sicherlich schöner gewesen, die Nisthilfe beim Teich aufzustellen. Da haben die Insekten aber wenig davon, das wurde uns erklärt“, betonte Eugen Heidelmeier. So sei die Wahl auf die Streuobstwiese im Grezzbachpark gefallen, die mit den langsam aufblühenden Bäumen und Blumen ideale Voraussetzungen biete. Bis jedoch erste Gäste ins Hotel einziehen, wird es voraussichtlich noch bis zum kommenden Frühjahr dauern. „Für dieses Jahr haben die Bienen die Unterkunft für ihre Brut schon gefunden, deswegen wird das langsam anlaufen“, erläuterte Julia Vogt: „Im Frühjahr geht es dann mit den Solitärbienen und Solitärwespen los.“ Wichtig: Vor allem bei den Solitärwespen handelt es sich um Einzelgänger, die im Vergleich zu der Deutschen Wespe oder der Gemeinen Wespe im Allgemeinen friedlich und wesentlich weniger aggressiv sind. Mit einem anderen Irrglauben räumte Vogt ebenfalls auf. „Diese Insektenhotels sind eigentlich nur für Bienen und Wespen, nicht für Käfer, Schmetterlinge oder ähnliches. Die haben eigentlich gar kein Interesse daran“, erklärte die BUND-Beraterin. „Wir sind froh, den Wildbienen jetzt hier ein Hotel bieten zu können“, schloss Sabine Räth von der Gemeinde Künzell.
