Lokales FD 24.07.2025

Gefahr im hohen Gras: Frauenbergmilbe im Sommer wieder aktiv

Fulda (fp) – Kleine, rote Punkte auf der Haut und unangenehmes Jucken vor allem in den Kniekehlen: Das sind die Symptome des Bisses der landläufig als Frauenbergmilbe bekannten Grasmilbe. Diese lebt im hohen Gras und ist vor allem in der Barockstadt ein unbeliebter Zeitgenosse, denn gerade in den Sommermonaten sorgt sie immer wieder für Ärger bei Spaziergängern und Picknickern. Wie Bruder Gerhard Busche erklärt, sei sie sonst allerdings harmlos.

Die Grasmilbe fühlt sich auf dem Frauenberg wohl. Archivfoto: Görlich Media

Schon vor der Gründerzeit im 19. Jahrhundert soll die Grasmilbe in Fulda ihr Unwesen getrieben haben, vermutet Bruder Gerhard, Franziskaner-Mönch am Frauenbergkloster, der – wie er berichtet – schon die ein oder andere Erfahrung mit den Spinnentieren gesammelt habe. „Gesehen habe ich noch keine. Aber gespürt habe ich sie schon“, lacht er. Kein Wunder, denn die Grasmilbe ist kleiner als eine Zecke und versteckt sich oft in hohem Gras. Gerade nach sommerlichen Spaziergängen mit den Klosterschafen habe er öfter Probleme mit den fiesen Bissen der kleinen Spinnentiere gehabt, erklärt er weiter: „Da juckt es dann oft in den Kniekehlen. Die sind besonders beliebt bei den Frauenbergmilben.“ Als Milbenart stehen diese nämlich auf Orte an denen es sowohl warm, etwas feucht und dunkel ist, wie eben die Kniekehlen, am Gesäß, im Schritt oder an Knöcheln.

Der Biss einer Frauenbergmilbe kann bis zu einer Woche Symptome erzeugen, die allerdings abseits von unangenehmem Juckreiz, keine lebensgefährlichen Probleme verursachen sollten, stellt Bruder Gerhard klar: „Zumindest wüsste ich von keinen. Natürlich gibt es Menschen, die stärker auf den Biss reagieren. Aber mir wären keine Krankheiten wie Borreliose oder ähnliches bekannt, die von der Frauenbergmilbe ausgelöst werden.“

Ihren landläufigen Namen erhielt die Frauenbergmilbe durch ihr urtümliches Ausbreitungsgebiet. Denn abseits der Wiesen des Fuldaer Frauenberges ist sie in der Domstadt kaum verbreitet. Das mag auch daran liegen, dass die Franziskaner-Mönche so gute Eindämmungsarbeit leisten. „Die Milbe hält sich hauptsächlich im hohen Gras auf. Deshalb mähen wir einen etwa zwei Meter breiten Streifen an den Rändern der Wiesen entlang“, erläutert Bruder Gerhard: „So soll die Ausbreitung eingedämmt werden.“ Zwar sei das keine Garantie, diese Methode habe sich allerdings als effektiv herausgestellt in den vergangenen Jahren, fügt er an, betont aber, dass die restliche Wiese aus Gründen der Artenerhaltung stehen bleiben müsse.

Zur Behandlung von einem Biss der Frauenbergmilbe berichtet Anna Hodes, Apothekerin bei der Marienapotheke, das bei einer allergischen Reaktion ein leichtes Anti-Allergikum in Form eines Gels oder einer Creme äußerlich aufgetragen werden kann oder ein Anti-Allergikum wie beispielsweise Cetirizin oder Loratadin oral eingenommen werden kann. „Bei stärkeren Beschwerden lindern auch Cremes mit niedrig dosiertem Hydrocortison die Beschwerden sehr gut“, ergänzt sie. Im Zweifelsfall sei es immer ratsam, zuerst einen Arzt oder einen Apotheker zu befragen, bevor ein Arzneimittel angewendet wird.