Lokales FD 21.07.2025

Gedenken an den Widerstand – Wehner: „Freiheit ist kein Geschenk“

Fulda (as) – Anlässlich des 81. Jahrestages des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 versammelten sich am Sonntag Reservisten sowie Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Fulda und weitere Gäste auf dem Platz der Weißen Rose. Dort wurde an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnert, speziell von den Mitstreitern rund um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Es wurden zwei Kränze niedergelegt.

Bürgermeister Dag Wehner (zweiter von links) erinnerte an den Widerstand im Nationalsozialismus. Foto: Andreas Schellenberg.

„Freiheit ist kein Geschenk. Sie muss verteidigt werden“, erklärte Bürgermeister Dag Wehner in seiner Rede am Gedenktag. Er blickte auf die Ukraine, in der immer noch der Angriffskrieg Russlands stattfinde und wo die Menschen tagtäglich die Demokratie verteidigen würden. Wehner warnte vor dem Erstarken autoritärer Politik in der Welt. Es gelte, die Freiheit zu schützen: „Wir sehen, wie Hass und Hetze den öffentlichen Raum vergiften.“ Gerade deshalb sei es wichtig, dem Widerstand gegen das Nazi-Regime zu gedenken. Viele Gruppierungen aus der Mitte der Gesellschaft hätten sich aktiv oder passiv zur Wehr gesetzt und so ihre moralische Haltung präsentiert. „Alle sind gefragt, Haltung zu zeigen“, fasste der Bürgermeister zusammen.

Volker Stein, Oberst der Reserve und Ehrenvorstehender des Hessischen Reservistenverbandes, erinnerte an das Leid für die Menschen im zweiten Weltkrieg. Allein im letzten Kriegsjahr vom Sommer 1944 bis zum Frühling 1945 hätten mehr Personen ihr Leben verloren als in den Jahren zu vor. Stein machte gleichzeitig deutlich, dass die Vergangenheit nicht verklärt werden dürfe. Die Akteure des Stauffenberg-Attentats seien „Täter und Opfer“ gewesen. Stein hob stellvertretend drei beteiligte Mitstreiter hervor, die aus Frankfurt kamen und dort eine „humanistische Bildung“ genossen hätten und letztlich gegen das System in den Widerstand getreten seien. Pfarrer Kai Witzel segnete die Anwesenden. Er erläuterte, dass das Erkennen von Ungerechtigkeit dazu beitrage, ein Gewissen auszubilden und fand den Bezug zum Glauben: „Das Gebet gibt uns Kraft im Alltag.“ Nach dem offiziellen Teil hatten die Menschen bei kühlen Getränken noch die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen.

Gedenken an den Widerstand. Fotos: Andreas Schellenberg