Lokales FD 04.07.2025

Filmvorführungen in der Villa Walther im Juli

Fulda (pm/as) – In der Villa Walther, Paulustor 4 in Fulda, werden vom 5. Juli bis zum 27. Juli mehrere Filme im Rahmen der neuen Ausstellung Bildbaustoff präsentiert. Die Vorführungen sind im regulären Eintrittspreis von sechs beziehungsweise 4 Euro ermäßigt enthalten, Personen bis einschließlich 25 Jahre erhalten freien Eintritt.

Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden. Foto: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

 

LE DEJEUNER SUR L’HERBE – 1959 – 5. Juli 2025, 14.30 Uhr

Der Wissenschaftler Etienne (Paul Meurisse) will die Menschheit durch künstliche Befruchtung veredeln, trifft allerdings bei einem Picknick im Grünen die schöne Bauerntocher Nanette (Catherine Rouvel), welche ihn zur natürlichen Liebe zurückführt. Satirisch und humorvoll setzt Renoir den Intellektualismus und das Streben nach Fortschritt einem romantisierten Naturbild gegenüber.

Der damals 65-jährige Jean Renoir, Enkel des impressionistischen Meisters Jean- Auguste Renoir (1841–1919), schuf mit dem „Frühstück im Grünen“ nicht nur eine Hommage an Édouard Manets (1832–1883) gleichnamiges Gemälde von 1863, sondern vor allem ein oft übersehenes filmisches Meisterwerk, dessen Thema auch heute.

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER – 12. Juli 2025, 14.30 Uhr

Fritz Langs „M“ gilt als einer der ersten großen Kriminalfilme und als Pionierwerk des Film noir. Der Film thematisiert die moralischen Fragen von Recht und Unrecht und stellt die Gesellschaft als einen bedeutenden Akteur dar. „M“ wird oft als Beispiel für die Verbindung von Unterhaltung und sozialer Kritik angesehen und gilt als einer der bedeutendsten Filme der Weimarer Republik.

In einer deutschen Stadt wird mit allen Mitteln ein Kindermörder gesucht. Neben der organisierten Kriminalität, die die erhöhte Präsenz der Polizei beenden will, begibt sich bald die ganze Stadt auf die Suche nach dem Mörder. Der Film beleuchtet die psychologischen und gesellschaftlichen Aspekte von Angst und Verbrechen, wobei die düstere Atmosphäre durch die expressionistische Filmtechnik verstärkt wird.

WERBEFILME VON HANS FISCHERKOESEN (1896–1973) – 19. Juli 2025, 14.30 Uhr

Die in den 1950er Jahren geschaffenen Werbefilme Hans Fischerkoesens, der bekannt ist als Pionier des deutschen Animationsfilms, knüpfen nach dem Zweiten Weltkrieg an seine innovativen Arbeiten der 1940er Jahre an. Mit ihnen brachte er modernisierte Animationstechniken in die westdeutsche Werbelandschaft ein. Seine Filme kombinieren künstlerische Raffinesse mit humorvollen und eleganten Inszenierungen, die dem Wirtschaftswunder-Zeitgeist entsprechen. Besonders bemerkenswert ist sein Einsatz der Tiefenillusion, der fließenden Bewegungen und der charmanten Charakteranimation, die seine Arbeiten stilistisch von zeitgenössischen Produktionen abheben.

Fischerkoesens Werbefilme prägten die visuelle Sprache der frühen westdeutschen Werbung und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Animationsästhetik im Nachkriegsdeutschland. Seine Werke stehen für den Übergang von handwerklicher Perfektion zu industrieller Werbeproduktion und beeinflussten nachfolgende Generationen von Trickfilmkünstlern.

MON ONCLE – 1958 – 27. Juli 2025, 14.30 Uhr

Der Junge Gerard (Alain Bécourt) langweilt sich mit seinen Eltern in einem sterilen Haus in einem modernen Vorort. Der Alltag wird von den modernsten Apparaturen und Maschinen unterstützt, die jedoch nicht immer sonderlich störungsfrei sind. Oft trifft sich Gerard mit seinem Onkel, Monsieur Hulot (Jacques Tati), der ein liebenswerter Kauz ist und allerlei Unsinn mit Gerard anstellt. Die Konfrontation zwischen den traditionellen Werten Hulots und dem mechanisierten Alltag seiner Verwandten führt zu einigen komischen Situationen.

„Mon Oncle“ wurde mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet und gilt als eines von Tatis bedeutendsten Werken. Der Film kombiniert visuelle Komik mit einer scharfen sozialen Kritik an der modernen Konsumgesellschaft. Tati entwarf hierfür ein ausgeklügeltes Konzept, dass die ‚alte‘ und ‚neue‘ Welt visuell scharf voneinander trennt. In Tatis erstem in Farbe gezeigten Film wird dieser Kontrast auch in der gegensätzlichen Farbigkeit der schrillen Moderne beziehungsweise des warmen Hauses Hulots deutlich.