Lokales FD 28.07.2025

Filmvorführungen in der Villa Walther im August und September

Fulda (pm/sim) – In der Villa Walther, Paulustor 4 in Fulda, werden vom 2. August bis zum 6. September mehrere Filme im Rahmen der neuen Ausstellung Bildbaustoff präsentiert. Die Vorführungen sind im regulären Eintrittspreis von sechs Euro beziehungsweise vier Euro ermäßigt enthalten, Personen bis einschließlich 25 Jahre erhalten freien Eintritt.

Foto: Hans Fischerkoesen

METROPOLIS – 1927 – 2. August 2025, 14.30 Uhr

In der futuristischen Stadt „Metropolis“ ist die Gesellschaft in zwei Klassen gespalten: Die reiche Elite, die in Luxus lebt, und die Arbeiter, die in den Katakomben der Stadt schuften. Der junge Erbe, Freder (Gustav Fröhlich), entdeckt das Elend der Arbeiter und verliebt sich in Maria Brigitte Helm), eine Vertreterin der Arbeiterklasse. Der Film behandelt Themen wie soziale Ungerechtigkeit, Industrialisierung und die Suche nach Einheit zwischen den Klassen.

„Metropolis“ gilt als einer der ersten Science-Fiction-Filme und ist ein Meilenstein der Filmgeschichte. Fritz Langs innovative Technik, die Verwendung von Miniaturmodellen und futuristischen Set-Designs haben die Filmproduktion revolutioniert. Die visuellen Effekte und das Set-Design schaffen die eindrucksvolle dystopische Atmosphäre dieses sozialkritischen Werks.

Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.

 

JONAS – 1957 – 9. August 2025, 14.30 Uhr

Dem neurotischen Einzelgänger Jonas wird sein Hut in einer Kneipe entwendet, woraufhin er einen anderen Hut stiehlt. Durch die darin gestickten Initialen „M.S.“ an einen alten Freund erinnert, findet sich Jonas in einer existenziellen Krise wieder. Die Handlung entfaltet sich in einer Reihe von Begegnungen und Dialogen, die die Herausforderungen des modernen Lebens reflektieren und von den traumatischen Ereignissen des Krieges geprägt sind.

Bedrohlich inszenieren Greta und Ottomar Domnick als Autodidakten die westdeutsche Nachkriegssituation. An den deutschen Expressionismus der 1920er Jahre erinnernd gilt „Jonas“ als filmisches Meisterwerk der 1950er Jahre mit Anklängen an George Orwell und Franz Kafka.

 

LES VACANCES DE M. HULOT – 1953 – 16. August 2025, 14.30 Uhr

„Les Vacances de M. Hulot“ festigte den Ruf von Jacques Tati als Meister des visuellen Humors. Fast wie in einem Stummfilm verwendete er für „Les Vacances“ kaum Dialoge, was seine besondere Fähigkeit zeigt, Geschichten rein durch visuelle Komik zu erzählen. Tatis Stil, der moderne Technik und das traditionelle Leben in Beziehung setzt, hat einen bleibenden Einfluss auf die Filmkomödie.

Der Film folgt den Ferienabenteuern von Monsieur Hulot (Jacques Tati), der in ein Küsten-resort reist. Hulot, dargestellt von Tati selbst, ist ein unbeholfener, aber liebenswerter Charakter, dessen Interaktionen mit anderen Gästen und den typischen Urlaubssituationen eine Reihe von komischen Szenen hervorbringen. Hulots Erlebnisse sind eingefügt in eine Vielzahl von alleinstehenden Situationen, welche die gesellschaftliche Situation der 1950er Jahre humorvoll einfängt.

 

LADRI DI BICICLETTE – 1948 – 24. August 2025, 14.30 Uhr

„Ladri di biciclette“ wird für seine realistische Darstellung des Lebens in der Nachkriegszeit gefeiert. Regisseur Vittorio De Sica verwendet nicht-professionelle Schauspieler und authentische Locations, um eine ehrliche Darstellung der sozialen Probleme zu schaffen. Der Film hat den Neorealismus als bedeutende Strömung im italienischen Kino etabliert. Antonio (Lamberto Maggiorani), ein arbeitsloser Mann im Nachkriegsitalien, findet endlich einen Job, für den er jedoch ein Fahrrad benötigt. Als ihm dieses gestohlen wird, begibt er sich mit seinem Sohn Bruno (Enzo Staiola) auf eine verzweifelte Suche, um es zurückzubekommen. Der Film zeigt die Herausforderungen des Lebens in der Armut und die Beziehung zwischen Vater und Sohn inmitten einer rauen Realität.

 

WERBEFILME VON HANS FISCHERKOESEN – (1896–1973) – 30. August 2025, 14.30 Uhr

Die in den 1950er Jahren geschaffenen Werbefilme Hans Fischerkoesens, der bekannt ist als Pionier des deutschen Animationsfilms, knüpfen nach dem Zweiten Weltkrieg an seine innovativen Arbeiten der 1940er Jahre an. Mit ihnen brachte er modernisierte Animationstechniken in die westdeutsche Werbelandschaft ein. Seine Filme kombinieren künstlerische Raffinesse mit humorvollen und eleganten Inszenierungen, die dem Wirtschaftswunder-Zeitgeist entsprechen. Besonders bemerkenswert ist sein Einsatz der Tiefenillusion, der fließenden Bewegungen und der charmanten Charakteranimation, die seine Arbeiten stilistisch von zeitgenössischen Produktionen abheben. Fischerkoesens Werbefilme prägten die visuelle Sprache der frühen westdeutschen Werbung und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Animationsästhetik im Nachkriegsdeutschland. Seine Werke stehen für den Übergang von handwerklicher Perfektion zu industrieller Werbeproduktion und beeinflussten nachfolgende Generationen von Trickfilmkünstlern.

 

HIGH NOON – 1952 – 6. September 2025, 14.30 Uhr

High Noon von Fred Zinnemann erzählt die Geschichte des Marshals Will Kane (Gary Cooper), der sich allein einem rachsüchtigen Verbrecher und dessen Bande stellen muss. Am Tag seiner Hochzeit erfährt Kane, dass der von ihm einst verhaftete Frank Miller (Ian MacDonald) mit dem Mittagszug in die Stadt zurückkehrt, um sich zu rächen. Während die Zeit unaufhaltsam verrinnt, bittet Kane die Stadtbewohner um Hilfe – doch aus Angst o-der Gleichgültigkeit der Bewohner bleibt er auf sich allein gestellt. In einem packenden Showdown stellt er sich schließlich der Bedrohung.

Als Klassiker des Western-Genres setzte High Noon mit seiner ungewöhnlich realistischen Erzählweise und der Echtzeit-Dramaturgie neue Maßstäbe. Der Film kann als politische Allegorie auf die McCarthy-Ära verstanden werden, in der viele Filmschaffende unter Druck gesetzt wurden. Gary Coopers oscarprämierte Darstellung und Dimitri Tiomkins markante Musik trugen maßgeblich zur Wirkung des Films bei, der bis heute als einer der besten Western aller Zeiten gilt.

Die Vorführungen von „High Noon“ werden unterstützt vom Kino35, Fulda.