Lokales MKK 30.07.2025

Drei Millionen Euro für entlassene Goodyear-Mitarbeiter aus EU-Fonds

Fulda/Hanau (pm/gü) – Arbeitnehmer, die nach der Schließung des Goodyear-Produktionsstandorts in Fulda und der teilweisen Stilllegung in Hanau entlassen wurden, sollen von der EU unterstützt werden. Die Europäische Kommission wird über drei Millionen Euro freigeben, um 915 Arbeitnehmern mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer (EGF) bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung zu helfen.

Der Goodyear-Standort in Fulda wird in diesem Jahr geschlossen. Foto: Pascal Fischer.

Der Goodyear-Standort in Fulda wird in diesem Jahr geschlossen. Foto: Christine Görlich.

Der Goodyear-Standort in Fulda wird in diesem Jahr geschlossen. Foto: Christine Görlich.

Aus dem EGF werden Maßnahmen wie Berufsberatung, Umschulung und Weiterbildung, Unterstützung bei Unternehmensgründungen, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Jobcouting und Teilnahme an Veranstaltungen wie Jobmessen und Unternehmensbesuchen finanziert.

Im Jahr 2024 hat der Reifenhersteller Goodyear aufgrund eines deutlichen Nachfragerückgangs, steigender Kosten und wachsender Konkurrenz durch kostengünstige asiatische Importe umstrukturiert. Die Schließung des Werks Fulda und die teilweise Stilllegung in Hanau führten zu 1171 Arbeitsplatzverlusten. Deutschland stellte im März 2025 einen Antrag auf EGF-Unterstützung. Die aus dem EGF finanzierten Maßnahmen werden dazu beitragen, Arbeitnehmer zu unterstützen, die nach Entlassungen häufig ein Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage auf dem Arbeitsmarkt feststellen. Die geschätzten Gesamtkosten dieser Maßnahmen belaufen sich auf 5,1 Millionen Euro, wobei 60 Prozent (drei Millionen Euro) aus dem EGF und die restlichen 40 Prozent (2,1 Millionen Euro) aus dem Bundeshaushalt und der öffentlichen Arbeitsverwaltung finanziert werden. Die deutschen Behörden begannen im November 2024, kurz nach den Entlassungen, mit der Unterstützung von Arbeitnehmern. Der EGF kann diese Kosten rückwirkend decken.

Der EGF-Vorschlag bedarf nun der Genehmigung durch das Europäische Parlament und den Rat. Er muss eine einfache Mehrheit im Europäischen Parlament und eine qualifizierte Mehrheit im Rat erhalten.

 

Hintergrund

Seit 2007 ist der EGF in 183 Fällen tätig geworden und hat 709 Millionen Euro bereitgestellt, um mehr als 172.000 Menschen in 20 Mitgliedstaaten zu helfen. Jüngste Daten von Eurofound zeigen, dass groß angelegte Umstrukturierungen in der Regel über ein Jahr dauern, wobei die umfangreichsten Fälle fast drei Jahre dauern. Die aus dem EGF unterstützten Maßnahmen ergänzen die nationalen aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen.