osthessen-lady.de 24.07.2025

Doppel-Weltrekordversuch beim „Stichtag“ - „Nähdels“ planen Großes

Hünfeld (fp) – Tanja Hahner und Sandra Kanther sind im Internet bekannt als die „Nähdels“: Aus einer zufälligen Kooperation zweier nähbegeisterter Frauen hat sich über die Jahre nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch ein echtes Erfolgskonzept entwickelt. Ihr „Stichtag“ in Hünfeld, zog bereits im Vorjahr zahlreiche Gäste an. Nach dem Weltrekord für die längste Bauchtaschen-Kette weltweit soll vom 15.bis 17. August gleich zwei neue Rekorde in Angriff genommen werden.

Von links: Notar Michael Kranz gemeinsam mit den beiden Veranstalterinnen Sandra Kanther und Tanja Hahner vor der Weltrekord-Slingbag-Kette im vergangenen Jahr. Foto: Felix Pillat

Auf der Plattform YouTube haben sich die beiden „Nähdels“ mit ihren Videos jeweils eine riesige Community aufgebaut. Über zwei Millionen Menschen erreichen sie mit Schnittmustern, Tipps und Tricks zum Nähen und anderen Themen rund um Stoffverarbeitung. Durch ihre gemeinsame Leidenschaft wurden sie aufeinander aufmerksam und merkten trotz ihrer doch sehr unterschiedlichen Art schnell, dass sie gerne mehr miteinander machen wollten. „Innerhalb von drei Sekunden waren wir ‚verliebt‘“, lacht Kanther und Hahner fügt fröhlich hinzu: „Das war Liebe auf den ersten Klick.“ Die beiden machten gemeinsame Videos zusammen und beschlossen dann 2022 ein gemeinsames Event auszurichten: Den „Stichtag“. Eine dreitägige Convention in Hünfeld mit Workshops, Verkaufsständen und vielem mehr rund um das Thema Nähen und allem drum herum. Danach hat es für die beiden Youtube-Stars kein Halten mehr gegeben: Kurz darauf haben die beiden die „Nähdels“ gegründet und beschlossen, jedes Jahr so ein Event auszurichten. „Uns gibt es auch nur noch im Doppelpack“, lacht Kanther und Hahner fügt hinzu: „Wir hätten auch geheiratet, aber das hätten unsere beiden Ehemänner nicht so cool gefunden.“

 

Zwei Weltrekorde in einem Jahr

Mittlerweile haben sich Hahner und Kanther zu einer richtigen Größe in der Näh-Community entwickelt und auch der Stichtag ist über die Jahre immer mehr gewachsen. Und das sogar so sehr, dass selbst Bürgermeister Benjamin Tschesnok von den „Nähdels“ mehr als überzeugt ist. „Er will Hünfeld zur ‚Nähhauptstadt der Welt‘ machen“, berichtet Hahner stolz. Auch einen Eintrag ins goldene Buch der Stadt hat er den beiden versprochen, dafür bräuchten sie allerdings nicht nur einen, sondern gleich drei Weltrekorde, sagt sie weiter: „Da ich jemand bin, der nicht gerne wartet, haben wir beschlossen, einfach die beiden noch fehlenden Rekorde in diesem Jahr zu machen.“ Unter den strengen Blicken eines Notars und des Rekordinstituts Deutschland wollen die „Nähdels“ nach der längsten „Slingback“-Kette der Welt im vergangenen Jahr, nun also die längste Federmäppchen- und die längste Stoffreste-Kette, die an einem Wochenende genäht wurde, der Welt umsetzen. „Wir brauchen mindestens 350 Mäppchen und 5000 Stofffetzen für den Erfolg“, erklärt Kanther. Die Federmäppchen wollen die beiden Veranstalterinnen auf der Rathaustreppe aneinanderlegen und so die Mindestlänge überschreiten. Die Stoffreste-Kette wird am gesamten Wochenende von den Teilnehmern genäht und soll insgesamt über 300 Meter lang werden, verrät sie: „Eigentlich müsste sie nur 250 Meter erreichen, aber ich wollte sie direkt länger machen.“ Die Federmäppchen werden nach dem Weltrekord zwecks des Schulanfangs an die Hünfelder Wigbertschule und an eine Grundschule in Nüsttal gespendet, wo sie unter den Schülern verteilt werden.

 

„Stichtag 2025“ – Großes Programm in der Haunestadt

Neben den beiden Weltrekorden werden am „Stichtag“ aber auch wieder einige andere Attraktionen und viel buntes Programm für die Fans geboten. Los geht es schon am Freitag, 15. August, mit einer Pyjama-Party im Lokschuppen. Am Samstag, 16. August, und am Sonntag, 17. August, werden in der Innenstadt viele verschiedene Stände, Workshops an zwei Standorten und natürlich viele Community-Treffen zum Austausch der Besucher stattfinden. Durch eine Kooperation mit Zuse-Works können in diesem Jahr auch kostenlose Workshops angeboten werden. Die Workshops im Rathaus bleiben allerdings kostenpflichtig. Rund 250 Tickets für normale und 150 Tickets für VIP-Besucher bieten die „Nähdels“ an, das heißt fast, denn der Samstag sei bereits ausverkauft, räumt Kanther ein: „Wir haben im November den Ticketverkauf gestartet und der Samstag war innerhalb von Minuten weg.“ Sonntag gebe es noch vereinzelte Eintrittskarten. Neben dem Online-Verkauf könnten aber auch noch vor Ort Karten gekauft werden, denn der Sonntagnachmittag ist speziell für Menschen aus der Region reserviert, wie Hahner betont: „Das haben wir dem Bürgermeister versprochen. Da können dann noch Leute kommen, ein wenig reinschnuppern und sich dann vielleicht noch ein Ticket zum reduzierten Preis kaufen.“ Zusätzlich zu diesem riesigen Angebot findet am Sonntag im Lokschuppen noch der erste Hand-Made-Markt statt, an dem die beiden „Nähdels“ auch teilnehmen werden.