Lokales FD 20.07.2025

Dietershan will Kindergartenbus behalten – Viel Lob bei Begehung

Fulda (sk) – Im Rahmen der Sommerbegehungen besuchte die Fuldaer CDU die zwei nördlichsten Stadtteile Dietershan und Bernhards. Gelobt wurde das bürgerschaftliche Engagement in dörflichem Umfeld. Kritik gab es von den anwesenden Bürgern nur an Details – wobei die Anwesenden die geplante Streichung des Kindergarten-Busses stark kritisierten.

OB Dr. Heiko Wingenfeld und der Dietershaner Ortsvorsteher Haiko Fillauer. Foto: Stefan Krug.

Um zuzuhören und Anregungen der Bürger mitzunehmen, wie Patricia Fehrmann ausführte, hatte die CDU-Fraktion dieses Mal in die mit 750 beziehungsweise 550 Einwohnern eher kleinen Stadtteile im Norden eingeladen. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sagte dazu: „Ich finde es schön, wenn man von Fulda durch den Wald nach Dietershan fährt. Hier lebt man direkt neben der Stadt noch dörfliche Tradition.“ Direkt neben dem neu sanierten Bürger- und Feuerwehrhaus lobte er die örtlich Engagierten: „Was wir jetzt hier haben, ist wirklich etwas Besonderes.“ Stadtbaurat Daniel Schreiner würdigte die gemeinsame Planung mit den örtlichen Vereinen und dem Ortsbeirat: „Es war gar nicht so einfach hier am Standort einen Kompromiss zu finden. Aber es ist gut, wenn Leute für etwas brennen und zum Schluss kommt so ein gutes Ergebnis zu Stande.“ Ortsvorsteher Haiko Fillauer schloss sich mit einem Dank an – für kleinere von ihm genannte Probleme wie einer fehlenden Möglichkeit die vorhandenen Sonnenschirme zu lagern versprachen die Magistratsmitglieder eine Lösung. Insgesamt ist Fillauer aber mit dem Bürgerhaus glücklich: „Mir gefällt es und ich finde es schön.“ Beindruckt zeigten sich die Anwesenden vom neuen Feuerwehranbau. Von Fehrmann gab es besonderes Lob für Wehrführer Andreas Klüber, der „mit viel Herzblut und Eigeninitiative“ den Bau begleitet habe. Mit den neuen Räumlichkeiten plant die Feuerwehr die Gründung einer Kindergruppe. Der bisherige Lehrraum im Obergeschoss steht momentan leer – hier soll ein Jugendraum einziehen.

Weniger Lob gab es an der Bushaltestelle. Ortsvorsteher Fillauer wünschte sich hier eine barrierefreie Querungshilfe und eine Verkehrsberuhigung. Andreas Klüber war gar nicht einverstanden, dass der Kindergartenbus zukünftig nicht mehr fahren soll: „Für junge Familien, am Ortsrand soll sozial geförderter Wohnraum entstehen, da ist es nicht hilfreich, wenn der funktionierende Kindergartenbus abgeschafft wird." Der ehemalige Ortsvorsteher Karl-Heinz Weber verwies dazu auf die Verpflichtung der Stadt aus der Zeit der Gebietsreform. Hier war der damals selbstständigen Gemeinde die kostenlose Beförderung der Kinder nach Lehnerz vertraglich zugesichert worden im Gegenzug zum Verzicht auf einen eigenen Kindergarten. OB Wingenfeld verwies auf die ganz anderen Kostenstrukturen 53 Jahre nach der Gebietsreform und auf die Gleichbehandlung der Stadtteile: „Ein solches Angebot gibt es sonst nirgends. Falls es aus der Bürgerschaft den Wunsch könnten wir uns aber vorstellen, ähnlich wie im Rodetal, wo das sehr gut funktioniert, auch hier einen Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern zu stationieren.“ Nicht alle Anwesenden waren von dem Vorschlag zu überzeugen, auch weil der Bus mehrmals fahren müsste für die Kindergartenkinder. Ortsbeiratsmitglied Andreas Montag sprach von täglich ungefähr 15 Kindern, an manchen Tagen auch noch mehr, so dass bis zu drei Fahrten nötig würden.

An der zweiten Station Bernhards gab es von einer anwesenden Bürgerin Kritik an der Pflege des Friedhofs: „Da werden manchmal Teile gar nicht gemäht. Die Rasenpflege ist nicht würdig für einen Friedhof.“ Stadtbaurat Schreiner wies darauf hin, dass sich die Menschen auch dort an „mehr Natur gewöhnen müssten“. Es sei heute nicht mehr das Ziel, durchgängigen Zierrasen zu schaffen. Ortsvorsteher Uwe Riethmüller verwies auf ein Thema, das seit 2011 besteht: Fehlende Bauplätze. OB Wingenfeld würde gerne Abhilfe zu schaffen: „Wir sind immer bestrebt, moderat zu erweitern. Dabei müssen wir die Kosten im Auge behalten.“ Falls es Vorschläge aus dem Ort für Flächen gebe, sei die Stadt gerne bereit dies baurechtlich zu prüfen und, falls sich am Ende nicht zu hohe Quadratmeterpreise ergeben, auszuweisen. Von Seiten der CDU-Fraktion dankte Fehrmann für den interessanten Austausch bevor der Abend bei Bratwurst und Getränken seinen Abschluss fand.

CDU unterwegs in Dietershan und Bernhards. Fotos: Stefan Krug.