Lokales FD 13.07.2025

CSD in Fulda: 2000 Menschen für queere Rechte auf der Straße

Fulda (fp) – Die Barockstadt war am Samstag wieder ordentlich bunt, denn in der Innenstadt fand wieder der diesjährige Christopher-Street-Day statt. Mit bunten Fahnen, viel Musik und jeder Menge Programm feierten rund 2000 Menschen den diesjährigen CSD in Fulda und setzten damit ein klares Zeichen für die LGBTQIA+-Community und queere Menschen. Mittags zogen die Teilnehmer in einer großen Parade durch die Stadt und bekannten damit kräftig Farbe.

Tausende Menschen versammelten sich auf dem Uniplatz. Foto: Felix Pillat

In den vergangenen vier Jahren hat sich der CSD in Fulda zu einer richtigen Institution entwickelt. Dies belegen auf jeden Fall die Besucherzahlen, die in jedem Jahr gestiegen sind und dieses Jahr sogar einen neuen Rekord für die Barockstadt aufstellten. Zirka 2000 Menschen waren unter dem Motto „Nie wieder still“ unterwegs, um nicht nur ihre eigene Identität zu feiern, sondern auch für die Rechte queerer Menschen einzustehen. „Der CSD wird immer größer, immer besser, immer basisdemokratischer“, freute sich Emily Rödel, Mitorganisatorin des CSD Fulda, über den großen Andrang: „Es ist eine verdammt geile, chaotische Truppe, mit denen es Spaß macht zu arbeiten.“ Der große Erfolg des CSD sei eine Gruppenleistung gewesen, fügte sie bescheiden an: „Ohne das Team hätten wir das nie geschafft.“

Doch während der Monate vor dem CSD sah es eine Zeit lang nicht so rosig für die Veranstaltung aus. Tatsächlich musste diese fast abgesagt werden. Der Grund: Geldmangel, denn der bisherige Träger des CSD in Fulda war abgesprungen und es war lange unklar, wie und ob das Riesenevent überhaupt stattfinden könne. Doch dann war die AIDS-Hilfe rettend eingesprungen und hat die Trägerschaft übernommen. „Das war jetzt nur erstmal eine Übergangslösung“, erklärte Susanne Maul, Geschäftsführerin der Aids-Hilfe Fulda: „Wir machen jetzt erstmal eine Nachbesprechung und schauen dann, ob wir das im nächsten Jahr weitermachen werden.“ Eine langfristige Lösung könnte vielleicht die Gründung eines Vereins sein, wie Rödel und Maul betonten. „Über die Idee haben wir gesprochen“, fügte Maul an: „Das würde natürlich viel weiterhelfen, weil es immer leichter ist als Verein Fördermittel zu beantragen, als Privatpersonen.“ Um den CSD langfristig realisieren zu können, brauche es aber in jedem Fall finanzielle Mittel, betonte Rödel: „Deswegen wäre es schön, wenn die Stadt Fulda uns mehr unterstützen würde. Auch Unternehmen und Privatpersonen sind natürlich dazu aufgerufen, uns unter die Arme zu greifen.“

Neben dem großen Demonstrationszug durch die Stadt, der bis auf einen kleineren Vorfall, bei dem ein Polizist im Gerangel verletzt wurde, friedlich verlief, gab es dieses Jahr auch wieder viel Rahmenprogramme. Neben einigen Info- und Verkaufsständen wurde auf der Bühne einiges geboten. Neben viel Musik, Poetry Slams und Redebeiträgen von Menschen aus der Community, war auch die Drag Queen Leona London aus der „Olivia Jones Family“ zu Gast, die sich völlig überwältigt von dem Riesenandrang auf dem Uniplatz zeigte: „Für mich ist das total ungewohnt, immer Fulda zu sagen hier auf der Bühne. Ich denke immer, bei so vielen Menschen – das muss Hamburg sein, aber das ist Fulda!“, sagte sie stolz. Großen Zuspruch fand auch der Tanzkurs „Flashmob“, bei dem fast der ganze Uniplatz mittanzte. Später am Abend ist eine Aftershow-Party im Museumshof mit verschiedenen DJs geplant, die bis in die Nacht andauern soll

Statt nur einem Tag wird in diesem Jahr außerdem eine ganze Woche queere Vielfalt gefeiert. Das Team des CSD hat ein volles Programm mit vielen Attraktionen ausgearbeitet. Weitere Informationen finden Interessierte unter https://akzeptanz-und-vielfalt-fulda.de/event/csd-fulda/.

CSD in Fulda – Buntes Treiben auf dem Uniplatz. Fotos: Felix Pillat