Lokales FD 04.07.2025

Alt und neu in bester Kombination – Bonifatiusschule umgebaut

Bad Salzschlirf (pm/as) – Die Bonifatiusschule ist größer, moderner und nun auch barrierefrei: Der Landkreis Fulda hat als Schulträger rund vier Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung der Grundschule investiert. „Das Projekt ist nicht von der Stange“, hatte Markus Reichel vom Gebäudemanagement des Landkreises Fulda vor Beginn der Arbeiten konstatiert. Die Herausforderungen sind gemeistert, das Ergebnis kann sich sehen lassen – vor allem sieht man die Veränderung, wenn man das Schulgebäude von der rückwärtigen Seite betrachtet.

Blick auf die unveränderte Frontseite des Schulgebäudes (rechts das Rathaus): Die An- und Umbauten der Bonifatiusschule sind im hinteren Bereich Richtung Hermann-Vollrath-Straße erfolgt. Fotos: Sebastian Mannert

Blick nach dem Umbau: Deutlich zu erkennen sind die neu errichteten Gebäude, in denen sich, Mensa (grüne Fassade), Verwaltung und Haupteingang befinden. Der Schulhof ist großzügig und verfügt über Spielmöglichkeiten. Am unteren Rand rechts ist ein Teil der Turnhalle zu sehen.

Seit fast 120 Jahren wird in diesem ehrwürdigen Schulgebäude unterrichtet. Immer wieder wurde über die Jahre umgebaut und angepasst, doch irgendwann war klar: Die Schule ist für knapp 130 Kinder in acht Klassen zu klein. Dabei ging es nicht nur um die reinen Quadratmeter, auch die Struktur, die energetische Ausstattung, der Brandschutz, die Barrierefreiheit – alles kam auf den Prüfstand. 

Für die Planer war das Projekt eine große und interessante Aufgabe. Es galt, Geschosshöhen auszugleichen, ein Haus abzureißen, das sich direkt an die Schule schmiegte, und ein neues zu bauen, das mit dem Bestand verbunden werden musste. Geändert hat sich dadurch auch die Aufteilung im bestehenden Gebäude. Geschaffen wurden Differenzierungsräume, gemeinsam genutzte Kommunikationsinseln und optimierte Verwaltungsräume.

Anfangs hatten die Fachleute noch einen Ausbau des Dachgeschosses geprüft, aber sie verwarfen diese Pläne rasch. „Das wäre zu aufwändig und kompliziert geworden und mit so vielen Einschränkungen im täglichen Unterricht verbunden gewesen, das war gar nicht zu verantworten“, sagt Jürgen Obermeier, der die Liegenschaft nicht nur als Fachdienstleiter Gebäudemanagement gut kennt: Er leitete den Neu- und Umbau des Gebäudes, in dem er früher selbst zur Schule ging. Dort gibt es nun wesentlich mehr Platz: Etwa 450 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche vergrößern die gesamte Fläche auf knapp 1400 Quadratmeter. Möglich wurde das, weil das Nachbargrundstück zum Verkauf stand.

Zusammen mit dem Abriss des dortigen Wohnhauses ist im hinteren Bereich ein Schulhof entstanden, der die Bezeichnung gewiss verdient: Das Gelände ist durch die Einbeziehung des angrenzenden ehemaligen gemeindlichen Spielplatzes nicht nur größer geworden, dort finden sich jetzt Hängematten als Ruheorte sowie einige Spielgeräte, und es gibt ausreichend Platz, damit sich die Schülerinnen und Schüler in den Pausen bewegen können.

Neu errichtet wurde ein eingeschossiger Bau, in dem sich die Mensa befindet, die auch als Aula genutzt werden kann. „In einem weiteren Gebäude mit zwei Etagen sind im Erdgeschoss Verwaltung, Lehrerzimmer und Toiletten untergebracht, im Geschoss darüber zwei Klassenräume“, beschreibt Markus Reichel. Die beiden Neubauten wurden mit dem historischen Gebäude über ein neues Treppenhaus verbunden, das gleichzeitig einen Lifter erhielt, der alle Etagen erschließt. Mit dem neuen und erstmals ebenerdigen Eingang ist nun auch der Zugang barrierefrei. 

Mehr zur Bonifatiusschule

Das Gebäude der Bonifatiusschule, die 1980 nach dem Apostel der Deutschen benannt wurde, ist von der Gemeinde 1906/1907 unter Bürgermeister Karl Post erbaut worden. Zuvor – seit 1819 – fand der Unterricht im heutigen Rathaus statt, wo auch der Erste Lehrer seine Wohnung hatte. 1952 wurde die Schule um zwei Klassenräume und einen Hauswirtschaftsraum erweitert. 1962 folgte der Bau der Turnhalle. 1999 schloss sich eine Erweiterung um einen Klassenraum an, und die Dusch- und Umkleideräume wurden umgebaut. Erneuert wurde damals auch das Dach der Schule mit Gauben und Türmchen, und die Fassade erhielt einen neuen Anstrich. Die Entwurfsplanung lag in den Händen des Büros Wuttke.Weber Architekten Fulda), die Ausführung der Baumaßnahme übernahm das Architekturbüro Swoboda (Großenlüder).