Lokales FD 08.07.2025

Abschied mit Herz – Zeugnisse für Abiturientinnen der Marienschule

Fulda (pm/gü) – Die Abiturientinnen der Marienschule Fulda versammelten sich kurz vor den Ferien nach einem feierlichen Auftakt in der Christuskirche zur Zeugnisverleihung in der Teresahalle – genau dort, wo sie vor neun Jahren ihre Schullaufbahn begonnen hatten.

Tutorengruppe von Angelika Bott. Fotos: Schule.

Tutorengruppe von Sebastian Lissner.

Tutorengruppe von Monika Schöppner.

Tutorengruppe von Elias Tsamaltoupis.

Die Veranstaltung wurde musikalisch eröffnet vom Orchester und Flötenensemble unter der Leitung von Salomon Ebert und Franziska Happ mit „Frühling“ von Antonio Vivaldi. Im Anschluss begrüßte Schulleiter Karsten Keller die Abiturientinnen und Abiturienten, ihre Familien, die Vorsitzende der Schule, Marcelina Klaus, sowie das Kollegium. Er erinnerte daran, dass die jungen Erwachsenen am 30. August 2016 in eben dieser – damals frisch renovierten – Halle mit einem herzlichen Willkommen in die Schulgemeinschaft aufgenommen worden seien. Seitdem hätten sie als wichtige Bausteine die Marienschule mitgeprägt – und hinterließen nun eine spürbare Lücke. Schulleiter Keller sprach den Eltern seinen Dank für ihr Vertrauen und ihr Engagement aus – für das unermüdliche Brote-Schmieren, das Trösten, Mutmachen und Daumen-Drücken. Auch das Kollegium sowie Annette Theiner, die als Oberstufenleiterin die Prüfungen organisiert und begleitet hatte, fanden lobende Worte.

In seiner Abschlussrede stellte der Schulleiter den Moment des Abschieds unter das Motto des „letzten Mals“. Nach der letzten gemeinsamen Andacht beginne nun eine Zeit „dazwischen“. Auch in diesem Jahr habe er lange nach einem passenden Aufhänger für seine Rede gesucht – und ihn wieder nicht gefunden. Doch gerade darin sah er die Chance, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Eine Abschlussrede als Zeichen der Wertschätzung, die Rückblick, Gegenwart und Zukunft verbindet. Der Blick zurück fiel auf eine bewegte Schulzeit inmitten gesellschaftlicher Krisen – Umwelt und Klima, Digitalisierung und politische Spannungen. Trotz allem forderte Karsten Keller die Abiturientinnen und Abiturienten auf, ihren Optimismus zu bewahren. Jede Generation habe ihre Herausforderungen – entscheidend seien nicht nur die Baustellen, sondern die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, die mit Haltung und Verantwortung für Veränderung eintreten. Kritisches Denken, so Keller, sei ganz im Sinne Mary Wards unerlässlich. „Haltung kommt immer vor Gefallen – denn auch dann wird man bei Gegenwind nicht umfallen.“

Er rief die jungen Erwachsenen dazu auf, sich nicht verbiegen zu lassen, über den Tellerrand hinauszublicken, mutig zu sein und die Zukunft mitzugestalten. „Unsere Zukunft lebt von Ihrer Hoffnung“, betonte er und verband dies mit persönlichen Wünschen – unter anderem dem, dass sie nach einer gewissen Zeit der Abnabelung den Weg zurück an ihre alte Schule finden mögen. Den Abschluss seiner Rede bildeten die Worte: „Tun Sie Gutes – und tun Sie es gut.“

Erneut griff das Ensemble zum Instrument und präsentierte Vivaldis „Winter“, bevor stellvertretend für die Elternschaft Sandra Keil ans Rednerpult trat – mit den bewegenden Worten: „Ihr seid großartig!“ Sichtlich gerührt blickte sie auf die vergangenen Jahre zurück und würdigte das Herzblut, mit dem die Schülerinnen und Schüler all ihre Projekte und Herausforderungen gemeistert hatten. „Die hatten richtig Spaß – das kann keine schlechte Zeit gewesen sein“, resümierte sie mit einem Lächeln. Als ehemalige Schülerin der Marienschule schlug sie den Bogen zur eigenen Schulzeit, zeigte ihre alte Abizeitung und erklärte: „Auch wir hatten Spaß – und deswegen sind unsere Töchter heute hier.“ Die Marienschule beschrieb sie als Ort mit Herz, geprägt von Begegnungen auf Augenhöhe und einem tragenden Wertesystem. Hier lerne man, was Gemeinschaft bedeute: Verantwortung übernehmen, an sich selbst glauben und sich gegenseitig vertrauen. „Ein Meilenstein im Leben wurde gelegt“, sagte sie mit Blick auf den höchsten Schulabschluss in Deutschland. „Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du wirklich willst.“ Ihre Rede schloss sie mit ermutigenden Worten: „Wir glauben an euch. Ihr seid frei und selbstbestimmt – und wir, eure Eltern, Familie und Freunde, stehen immer hinter euch. Fahrt mutig los – es ist keine Einbahnstraße. Ihr könnt viele Kurven und Abzweigungen nehmen. Von Herzen: Gute Fahrt!“

Anschließend ergriffen Miria Gies und Annegret Räsch das Wort für die Schülerinnenvertretung. Auch sie griffen das Abimotto „Maryo Kart – Nach 13 Runden im Ziel“ auf. Jeder und jede habe in den letzten Jahren das eigene Tempo gefunden und die eigene Persönlichkeit entwickelt. Nun, auf der Zielgeraden angekommen, stehe das nächste Level bevor. „Alles steht euch offen – nutzt die Power-Ups, die euch das Leben schenkt, schnallt euch an und fahrt los!“ Den Abschluss der Reden gestalteten Maya Keil und Marie Föller als Vertreterinnen des Abiturjahrgangs selbst. „Jetzt ist es endlich passiert – unsere Siegerehrung“, leiteten sie ihre Ansprache ein. Der Weg dorthin sei nicht immer leicht gewesen – viele Hindernisse, Rückschläge und Überholmanöver. Doch immer wieder seien sie weitergefahren. Sie erinnerten an besondere Höhepunkte wie die Abschlussfahrten oder die ausgelassene Mottowoche – gefeiert, „als hätten wir das Abitur schon in der Tasche“. Mit Freude und Dankbarkeit blickten sie auf die gemeinsame Schulzeit zurück. Sie dankten den Lehrkräften für ihre Geduld und ihren Humor, ihren Mitschülerinnen und Mitschülern für Unterstützung und gemeinsames Lachen – und den Familien fürs Wecken, Motivieren und Daumendrücken. „Nun stehen wir an der Startlinie für das nächste Rennen“, sagten sie. Und auch wenn noch viele Kurven und Hindernisse auf sie warteten, sei es okay, Fehler zu machen. „Was bleibt, ist mehr als nur ein Zeugnis.“

Nach den bewegenden Worten erklang der Pachelbel-Kanon, bevor die lang ersehnten Abiturzeugnisse überreicht wurden. Die Tutorinnen und Tutoren – Angelika Bott, Sebastian Lissner, Monika Schöppner und Elias Tsamaltoupis – gratulierten persönlich. Es folgten die Auszeichnungen und Würdigungen für herausragende Abiturleistungen sowie für besonderes Engagement in Bereichen wie Hausaufgabenbetreuung, Sanitätsdienst und Schülerinnenvertretung. Die Feier fand ihren Ausklang auf dem Schulhof, wo die frisch gebackenen Abiturientinnen und Abiturienten auf ihre gemeinsame Vergangenheit und ihre zukünftigen Wege anstießen – mit Stolz, Zuversicht und einem Lächeln im Gesicht.