In der Saison 2021/2022 stieg Philippsthal in die A-Liga ab und spielte keine ganz große Rolle im Aufstiegsrennen. Im vergangenen Sommer heuerte Ruppel beim VfL an und drückte dem Team seinen Stempel auf. „Ich habe gleich abgeklärt, dass wir mit der Mannschaft aufsteigen wollen“, erklärt der Coach, der schnell eine Schwachstelle im Team feststellte. „Ich habe die Jungs in taktischen Grundordnungen geschult, sodass wir variabel drei bis vier Systeme spielen können“. Aus der Schwäche wurde unter Ruppel schnelle eine große Stärke. „Durch die taktische Disziplin haben wir viele Spiele rumgerissen, die wir normalerweise verloren hätten. Wir konnten immer auf den Gegner reagieren“, erläutert der Coach.
Der Titelkampf in der A-Liga Hersfeld/Rotenburg war wohl so spannend wie länger nicht. Sowohl der VfL als auch Heinebach/Osterbach und Werratal meldeten früh in der Saison Ambitionen an, die Meisterschaft zu holen. Zwischenzeitlich mischte sogar Ludwigsau im Titelkampf mit. „Wir mussten permanent gewinnen. Man hat gemerkt, dass man irgendwann nur auf sich schaut und seine Hausaufgaben macht“, so Ruppel, der sich auf ein Endspiel am letzten Spieltag einstellte. Werratal ließ gegen Sorga/Kathus aber Punkte liegen und schenkte Philippsthal durch den Ausrutscher gleich zwei Matchbälle. „Wir haben durch Selbstvertrauen und Optimismus immer daran geglaubt“, blickt Ruppel zurück.
Bei Bebra II Ende Mai war es dann so weit: Im vorletzten Ligaspiel setzte sich Philippsthal mit 4:0 gegen die Zweitvertretung durch und krönte sich zum Meister. „Die Anspannung war von Woche zu Woche da. In Bebra ist den Jungs dann eine Last abgefallen und der Druck war raus“, erinnert sich der Coach. Eine schöne Geste der Gastgeber: Direkt nach dem Spiel und der Meisterschaft von Philippsthal verschob Bebra das Gruppenligaspiel gegen Lütter einen Moment, damit der VfL noch ein wenig feiern konnte. „Das ist eine wirklich schöne Geste gewesen“, freut sich Ruppel. Im Anschluss standen eine Tankstellentour und ein Besuch einer Gaststätte auf dem Programm. Bis zum letzten Spieltag feierten die Spieler im Sportlerheim weiter. „Nach dem Spiel ging es dann auch weiter“, schmunzelt der Übungsleiter. Dabei war der Coach wichtig, dass sein Team auch die Partie gegen Hönebach II (6:0) ordentlich zu Ende spielte. „Wir wollen nicht unnötig in den Abstiegskampf eingreifen und alles ordentlich zu Ende bringen“. Nach der Saison flog das Team mit dem 18 Mann starken Kader nach Mallorca, um dort die Meisterschaft gebührend zu zelebrieren. Ruppel selbst flog nicht mit – und steht mit der Mannschaft mittlerweile wieder auf dem Platz. Am Mittwoch (19 Uhr) steigt das Kreispokal-Duell beim bisherigen Liga-Rivalen SG Werratal, der den Aufstieg über die Relegation verpasst hatte.
