„Durch innovative Ansätze und gemeinsames Engagement schaffen Sie eine lebenswertere Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger und sparen damit zugleich auch Kosten ein. Sie beweisen mit Ihrem erneuten Projekt, dass Digitalisierung auch in kleineren Kommunen gelingen kann und welches Potenzial gerade auch im ländlichen Raum zu heben ist“, lobte der Staatssekretär bei dem Treffen in Neuhof und stellte die Zusammenarbeit der drei Gemeinden als besonders positives Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften heraus. Gerade mit Blick auf die Ressourcenknappheit, nicht nur im finanziellen, sondern auch im personellen Bereich, sei das Projekt ein Vorreiter in der Region. „Ich finde es toll, dass Sie sich im digitalen Raum so nach vorne aufstellen“, erklärte der Staatssekretär weiter.
Das Vorhaben der drei Gemeinden umfasst Maßnahmen in den Bereichen Smart Energy und Smart Building. Basierend auf den Erfahrungen anderer hessischer Kommunen wird eine intelligente Straßenbeleuchtung eingeführt, so dass die Laternen bedarfsgerecht gesteuert werden können. Außerdem wird ein Energiedatenmanagement für kommunale Gebäude eingeführt. Mittels sogenannter „LoRaWAN“-Technologie und dazugehöriger Sensorik wird der Energieverbrauch detailliert gemessen und aufgezeichnet. Daraus sollen individuelle, passgenaue Energiesparmaßnahmen abgeleitet werden, wie zum Beispiel Empfehlungen zur Steuerung der Heizung oder zur Dämmung von Gebäuden. Durch die Einsparung von Energie und CO2-Emissionen werden sowohl die Umwelt als auch die Haushalte der drei Kommunen entlastet.
Der Grundstein für die interkommunalen Digitalisierungsvorhaben war ein gemeinsames Projekt, das seit 2022 mit rund zwei Millionen Euro ebenfalls aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ gefördert wurde. In diesem haben die drei Kommunen unter anderem eine Strategie zur Digitalisierung der Verwaltung erarbeitet. Zudem wurde als Schnittstelle für die beteiligten Verwaltungen, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger ein Smart Region-Dashboard geschaffen, in dem Verwaltungsleistungen themenspezifisch und individuell konfigurierbar abgerufen werden können. Dieses wird voraussichtlich zum Ende des Jahres für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Damit soll die Visualisierung von Verkehrs- und Bauprojekten ebenso möglich werden wie die Anbindung des Starkregenfrühalarmsystems oder einer Online-Anfrage für den Bürgerbus.
Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz sagte stellvertretend für die drei Kommunen: „Wir sind sehr dankbar, dass wir nach gemeinsamer Umsetzung unseres ersten Vorhabens nun erneut wichtige Fördergelder des Landes Hessen in Empfang nehmen dürfen. Sie unterstützen uns beim gemeinsamen Ausbau der Digitalisierung und helfen dabei, das Leben im Südkreis Fulda lebenswerter zu machen.“
CDU-Landtagsabgeordneter Sebastian Müller hob gerade die „Fuldaer Südachse“ bestehend aus den drei Gemeinden Flieden, Kalbach und Neuhof als „homogenen Raum“ lobend hervor. „Hier muss keine Zusammenarbeit erzwungen werden, sondern die entsteht von ganz allein“, fügte er an. Das Projekt „Modulare Smart Region Plattform 2.0“ bezeichnete er als „Innovatives Leuchtturmprojekt“ und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich auch andere Gemeinden ein Beispiel an den drei geförderten Regionen nehmen würden.
Hintergrund
Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 16 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 125 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 92 Millionen Euro unterstützt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Auch nicht direkt geförderte Kommunen profitieren über Formate des Wissenstransfers, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise.
