Störche nisten gerne an höher gelegenen Orten, wie auf Bäumen, Schornsteinen oder Masten, um Fressfeinde von den Jungen fernzuhalten. Um das Brutverhalten anzukurbeln hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Fulda bereits 2010 damit begonnen, Nistplätze für die Störche zu schaffen. Das Projekt zeigte offensichtlich Erfolg, denn mittlerweile ist der Weißstorch hier wieder heimisch. Allein im vergangenen Jahr beringten der Nabu und die Hgon 84 Jungtiere an 42 Nistplätzen, so Kolb: „Eigentlich wären es viel mehr, aber wir mussten abbrechen.“ Ein technisches Problem machte den Beringenden damals einen Strich durch die Rechnung. In diesem Jahr sind Jürgen Peters und sein Helfer Georg Klaus gemeinsam ausgerückt und haben bei 20 Brutpaaren insgesamt 41 Jungtiere gezählt, mussten aber aus Zeitgründen früher aufgehört, so Kolb: „Es sind eigentlich wesentlich mehr. Aber das sind die Jungtiere, die beringt werden konnten.“ Zirka 80 Brutmasten seien im Landkreis Fulda aufgestellt worden, meint der Nabu-Gruppen-Vorsitzende. Dennoch sei die Quote von etwa zwei Jungtieren pro Brutpaar gehalten worden, stellt er zufrieden heraus: „Der Status Quo hat Bestand.“ Der 81-Jährige beringt seit Jahrzehnten selbst die Tiere mit und sieht einen deutlichen Anstieg in der Population, wie er bestätigt: „Es sind sehr viel mehr Störche seit 2010.“
Neben den geschaffenen Nistplätzen sei auch das Futterangebot im Landkreis Fulda sehr attraktiv für die Tiere, sagt Kolb weiter: „Störche ernähren sich nämlich nicht nur von Fröschen, das stimmt nicht. Sie fressen Heuschrecken, Mäuse, Maulwürfe und viele andere Kleintiere, aber vor allem Regenwürmer.“ Der Weißstorch bevorzugt weite, offene Flächen als sein Jagdrevier. „Grünflächen und Auengebiete, da siedelt er sich gerne an. Aber auch Äcker und abgeerntete Getreidefelder findet er gut“, fügt er an.
