Fußball 10.01.2025

Wildschweine graben Sportplatz um – Bild der Verwüstung in Jossa

Jossa (jk) – Eher an einen gepflügten  Acker als an einen Fußballplatz erinnert der Anblick des Sportplatzes der SG Jossa derzeit. Auf dem Spielfeld des Vereins, der als Teil der SG Sinngrund in der A-Liga Schlüchtern spielt, waren seit Jahresbeginn mehrfach Wildschweine unterwegs und haben den Rasen umgegraben. Tobis Ziegler, Vorsitzender der SG Jossa, geht davon aus, dass der Verein in dieser Saison kein Heimspiel der Spielgemeinschaft mehr austragen kann.

Fotos: privat.

„Seit 38 Jahren liegt der Sportplatz auf dem Gelände. Das Problem hatten wir noch nie“, erzählt Ziegler. Er besucht den Sportplatz des SGJ beinahe täglich. Als er den Schaden vergangene Woche zum ersten Mal sah, vermutete er zunächst, dass Jugendliche das Feld mit ihren Motorrädern befahren hätten. Doch dann stellte sich heraus, es waren etwa zwölf Wildschweine, die den Platz so zugerichtet hatten. Ein Förster hatte die Tiere zuvor schon an einem Waldstück nahe des Dorfs gesehen. In der ersten Nacht arbeiteten sich die Wildschweine auf der einen Seite bis zum Sportlerhaus vor. In Nacht zwei nahmen sie sich schließlich die andere Rasenseite bis zum Tor vor. „Eine Seite ist komplett ruiniert“, bedauert der Vorsitzende.

Im Schichtwechsel versuchten mehrere Vereinsmitglieder in der folgenden Nacht, die Wildschweine vom Sportplatz fern zu halten. Doch das Licht der Autoscheinwerfer, laute Musik vom Balkon des Sportlerhauses und ausgelegtes Menschenhaar zeigten nur bedingt Erfolg: Nachts blieben die Wildschweine zwar weg, kamen aber dafür am nächsten Tag und verwüsteten den Rasen weiter. Bereits am Donnerstagabend kontaktierte Ziegler die Gemeinde Sinntal. Dort war nach den Feiertagen aber noch geschlossen. „Sie wurden sofort am Montag aktiv und haben einen Elektrozaun um den Sportplatz aufgestellt“, lobte der Vorsitzende die Unterstützung der Gemeinde. Warnschilder weisen Spaziergänger und Bewohner auf den Elektrozaun hin. Seitdem seien keine Wildschweine mehr auf dem Sportplatz gesichtet worden. Gelöst ist das Problem aber noch nicht, es hat sich nur verlagert. Als nächstes nahmen sich die Tiere auf ihrer Nahrungssuche den Trainingsplatz vor.  „Sie sind weiter marschiert. Jedoch hatten wir eine Nacht mal ruhe“, erklärte der Vorsitzende. Den Schaden schätze er auf einen mittleren bis hohen fünfstelligen Betrag ein. Für die Restrunde der Saison werde mit großer Sicherheit kein Heimspiel mehr in Jossa stattfinden können. „Als kleiner Verein ist es schon bitter auf die drei Heimspiele zu verzichten, gerade wenn du darauf angewiesen bist“, bedauert Ziegler den Einnahmen-Ausfall. In den kommenden Wochen und Monaten soll das Problem nun beobachtet werden, ehe über weitere Lösungen gesprochen werden kann. Eines stehe jedenfalls schon fest. „Für das nächste Jahr müssen wir vorbeugen“, so Ziegler.