Der Hof in Südtirol sei zwar mit 18 Hektar deutlich kleiner gewesen, als der 118 Hektar große Annahof in Jossa, aber dafür auch deutlich schwieriger zu bedienen gewesen, so die Landwirtin. Aufgrund der steilen Hanglage und der steinigen Bodenbeschaffenheit, hätte die Familie das Land „mit der Hand“ bewirtschaften müssen, berichtet Pixner. „Die größte Last, die abgefallen ist, ist wirklich die Heuernte. Hier haben wir einen Traktor, in Südtirol hatten wir nur eine Sense“, lacht die Landwirtin und fügt erleichtert hinzu: „Hier mähst du einen Tag und denkst dir, du hast richtig viel geschafft.“
Aber nicht nur die Arbeit sei hier leichter, sondern auch die Lebensbedingungen allgemein besser, führt sie aus: „Wir haben hier fünf Minuten bis zum nächsten Rewe. In Südtirol sind wir 15 Minuten bis zum nächsten Dorf gefahren.“ Zwar lebe die Familie auch wieder auf einem Aussiedlerhof, das sei aber kein Vergleich, fügte sie an: „Wir haben hier sogar eine Busverbindung.“ Die Witterungs- und Wetterbedingungen in Südtirol seien ebenfalls härter gewesen. „Ich glaube nicht, dass wir hier 2,50 Meter Schnee haben“, lacht die Landwirtin und fügt dann hinzu: „Wir waren oft tagelang eingeschneit. Außerdem hatten wir Lawinen, Muren und Steinschläge.“ Oft habe sich die Familie für Wochen oder ganze Monate auf die Isolation vorbereiten müssen, ergänzt sie: „Wir haben im Oktober immer Großeinkauf mit Lebensmitteln und vor allem Medikamenten gemacht. Das musst du ja da haben, wenn du nicht raus und keiner rein kommt.“
Gerade für die Kinder sei ihre neue Heimat ein „enormer Gewinn an Lebensqualität“, freut sich die vierfache Mutter: „Jugendfeuerwehr, Sportvereine, einfach die sozialen Kontakte unter Freunden gefallen ihnen gut.“ Ihre beiden ältesten Söhne (15 und 13) helfen auch auf dem Hof mit, ihre achtjährige Tochter und ihr sechsjähriger Sohn seien aber noch zu klein dafür.
Doch der reine Viehbetrieb mit nun circa 70 Kühen und Nachzucht, reicht der Landwirtsfamilie noch nicht, sie planen ihr Angebot noch zu erweitern. „In den nächsten zwei Jahren wollen wir ein Hofcafé aufmachen“, meint Pixner stolz. Dazu müssten aber erst alle Papiere eingereicht werden, fügt sie hinzu: „Also mindestens ein Jahr wird es noch dauern.“ Wenn es dann fertig ist, soll das Café direkt im Kuhstall des Hofes angebracht werden – natürlich räumlich durch Glasscheiben getrennt, betont die Betreiberin in spe. „Die Leute sollen durch das Glas beim Kaffee trinken direkt auf die Kühe sehen können“, erklärt sie und ergänzt: „Vielleicht erfahren die Leute dann mehr über die Landwirtschaft und über die Milchproduktion.“ Kulinarisch wollte sie sich an ihrer alten Heimat orientieren. „Wir machen Apfelstrudel, Semmelknödel und Kaiserschmarrn. Traditionell südtirolerisch halt“, fügt Pixner fröhlich an.
