Lokales FD 04.01.2025

Volle Parkplätze auf der Wasserkuppe – Pläne für mehr Standflächen

Gersfeld (as) – Alles eingepackt für den Winterspaß und rauf auf die Wasserkuppe: Gerade während der Winterferien herrscht auf Hessens höchsten Berg in der Regel viel Betrieb. Das führt nicht selten dazu, dass die Zufahrten abgesperrt werden wie beispielsweise am vergangenen Samstag. Wie Vertreter aus Politik und Gastronomie berichten, gebe es Pläne, um weitere Standflächen für Pkw zu schaffen.

Archivfotos: Andreas Schellenberg

Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell kennt die Herausforderungen der Thematik seit seinem Amtsantritt vor über zehn Jahren. Früher beispielsweise sei es noch erlaubt gewesen, dass Gäste ihre Fahrzeuge auf dem Flugfeld abzustellen, wenn der Boden entsprechend zugefroren war. Dies sei heute nicht mehr möglich, ebenso wie das Abstellen von Pkws am Straßenrand. Entsprechend könne es an stark frequentierten Tagen vorkommen, dass die Zufahrt auf Hessens höchsten Berg kontrolliert und im Zweifel gestoppt werden muss: „Die Situation ist, wie sie ist.“ Die Stadt bemühe sich bereits um Alternativen und Lösungen, erzählt der Bürgermeister. Im Gespräch ist beispielsweise die Nutzung von Teilen des Groenhoff-Areals als Parkfläche: „Das ist möglich, wenn Leute als Parkeinweiser gestellt werden.“ Das müsse von den Anrainern oben garantiert werden. Die Stadt habe ebenfalls geprüft, ob ein Parkleitsystem oder ein Shuttle-Service von Gersfeld aus möglich sei. Bei der Umsetzung gebe es jedoch einige Schwierigkeiten, unter anderem was die Finanzierung angehe.

Engpässe für Standflächen bei den Pkw gebe es nur an wenigen Tagen im gesamten Jahr, erläutert Korell: „Sonst finden sie oben bequem einen Parkplatz.“ Entsprechend schwierig sei es, Kosten für weitere Baumaßnahmen zu rechtfertigen. Er könne die Wünsche der Betriebe auf dem Gipfel nach mehr Auslastungsmöglichkeiten nachvollziehen: „Wir sind bemüht, dass die Gastronomen ihr Geld verdienen können.“ Die Entscheidung, wann die Zufahrt zur Wasserkuppe gesperrt werde, liege letztlich aber bei den zuständigen Polizeibeamten. Diese müssten sicherstellen, dass Verkehrswege frei bleiben und im Ernstfall der Rettungsdienst hochfahren kann.

Auf der Wasserkuppe gibt es circa 700 Parkplätze für Pkw für den Betrieb, das bestätigt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen. An vollen Tagen wie beispielsweise am vergangenen Wochenende würden mit den Pkws schätzungsweise 2000 Menschen gleichzeitig vor Ort anreisen, meint Andreas Schubert, Geschäftsführer von Papillon auf der Wasserkuppe. Er gibt an, dass die touristischen Angebote vor Ort deutlich mehr Kapazitäten für Besucherinnen und Besucher hätten, auch an stark frequentierten Tagen während der Winterferien. „Wir wollen gastfreundlich sein“, erklärt der Geschäftsführer. Das funktioniere aber nur wenn die Gäste auf die Wasserkuppe gelangen können. Er betont, dass die Verkehrssicherheit auf Hessens höchstem Berg sichergestellt bleiben müsse und dies in der Verantwortung der örtlichen Polizei liege.

Der Geschäftsführer hofft auf eine gemeinsame Lösung, bei der Anrainer, die Stadt Gersfeld, der Landkreis Fulda sowie die Polizei und Hessen Mobil zusammenkommen und mögliche Alternativen besprechen. Er begrüßt die Planungen für weitere Parkplätze am Groenhoff-Areal: „Das können wir mit eigenen Einweisern hinkriegen.“ Generell habe sich das Geschäft für die Liftbetriebe in der Rhön geändert, berichtet Schubert. Einige Jahrzehnte früher habe es zusätzliche Züge nach Gersfeld für die Ski-Gäste gegeben. Diese seien in Bussen zu weiteren Skipisten in der Rhön gefahren. Der fortschreitende Klimawandel habe die Lage verändert: „Die Wasserkuppe ist das einzige Skigebiet in der Region, welches mit nennenswerten Skitagen übriggeblieben ist, weil es sehr gut beschneit wird.“