Lokales FD 28.01.2025

Vandalismus in öffentlichen Toiletten – Gastronomen beschweren sich

Fulda (fp) – Kaputte Klos, zertrümmerte Spiegel, herausgerissene Seifenspender: Auf vielen öffentlichen Toiletten in Fulda kommt es zu Vandalismus und Zerstörung. Gastronomen der Barockstadt beschweren sich gehäuft über die Situation und berichten, dass solche Vorfälle in der vergangenen Zeit zugenommen haben. Es sei dabei schwierig, passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Symbolfoto: pixabay

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„Gegen Vandalismus, also wenn jemand mutmaßlich etwas zerstören will, da kannst du eigentlich nichts machen“, berichtet Jochen Köhler, Betreiber der Party-Kneipe „Altstadt“. Er gibt an, dass in seiner Lokalität gerade in der vergangenen Zeit vergleichsweise wenige Fälle stattgefunden hätten. „Wir hatten mal einen gesprungen Klodeckel, aber das würde ich eher als Kollateralschaden vom Weihnachtsmarkt sehen“, lacht er. Zumindest beim „harten Vandalismus“, also der Beschädigung oder Zerstörung von Eigentum, hätte er „Glück gehabt“. Anders sehe es dann bei „softem Vandalismus“, wie er es bezeichnet aus. „Was auf jeden Fall zugenommen hat, sind Sticker. Die Leute kleben deutlich mehr Aufkleber überall hin“, so Köhler und fügt hinzu: „Das muss nicht sein. Wenn da so 50 bis 60 Sticker in der Kneipe verteilt werden, find ich das auch nicht mehr witzig.“

Richtig sauer ist hingegen Winfried Schleichert, der für Gastronomie und Vermietung im Kulturzentrum Kreuz in Fulda sowie im Kulturkeller zuständig ist. Erst vor kurzem sei es in einer dort verwendeten öffentlichen Toilette zu einem massiven Vorfall von Vandalismus gekommen, so Schleichert. „Die ist von gestern auf heute total zerstört worden“, erklärt er wütend: „Da wurden Handtuchroller, Seifenspender und Spiegel mutwillig zerstört. Überall lagen Kippen und Scherben herum.“ Dafür habe er kein Verständnis. „Die Leute denken, weil sie unbeobachtet sind, können sie sich daneben benehmen“, fügt er genervt an. Die Situation habe sich allgemein zwar verbessert, weil die Stadt Renovierungen an den Toiletten vorgenommen hätte. Aber dennoch käme es immer wieder zu Vorfällen, führt er weiter an. Maßnahmen dagegen zu finden sei schwierig. „Wir können nicht die ganze Zeit daneben stehen. Kameras machen in einer Toilette auch keinen Sinn“, resigniert er, fügt aber hinzu: „Wenn ich da jemanden erwische, würde ich das sofort zur Anzeige bringen.“

Felix Wessling, Vorsitzender des City Marketings Fulda und Betreiber der „Heimat“ und des „Karlchens vom Dach“, findet diese Entwicklung „einfach schade“. Erst vor einigen Monaten habe er verschiedene bereitgestellte Hygieneartikel aus seinen Toiletten entfernen müssen, da es immer wieder zu Vorfällen gekommen sei, berichtet der Gastronom: „Die haben da Sachen durch die Gegend geworfen und Schweinerein angebracht. Da haben wir uns auch entschieden, die Toiletten nur für Gäste zu öffnen.“ Er sei enttäuscht über die fehlende Wertschätzung, die Gastronomen und Betreibern entgegen gebracht werde, seufzt er: „Wie wir als Gesellschaft mit den Toiletten umgehen, ist teilweise einfach schade.“ Als mögliche Gegenmaßnahme sehe er die Einführung einer Videoüberwachung im Eingangsbereich der Lokusse als potenziell sinnvoll an. „Natürlich bin ich kein Befürworter davon, Pissoirs oder Kabinen abzufilmen, aber wenn du als Betreiber sehen kannst, wer rein- oder rausgeht, kann das schon abschreckend wirken“, betont Wessling. Die einzige konsequente Alternative dazu wäre, keine Toiletten mehr anzubieten, aber „das kann es auch nicht sein“, fügt er abschließend an: „Die Leute haben ja eine Notdurft. Und es sind ja nicht alle, sondern Einzelne, die uns das kaputt machen.“

Die Stadt Fulda habe Fälle von Beschädigungen in öffentlichen Toiletten auf dem Schirm, berichtet Pressesprecher Johannes Heller: „Schäden durch Vandalismus oder stärkere Verunreinigungen kommen leider immer mal wieder vor. Sie sind meist der Grund dafür, wenn Toiletten für einige Zeit ganz geschlossen werden müssen.“ Insgesamt 31 öffentliche Einrichtungen betreibt die Stadt Fulda, davon zehn in der Innenstadt. Auch dort sei es immer wieder zu Vorfällen gekommen, so Heller: „Leider mussten an verschiedenen WC-Standorten nachträglich installierte Wickelmöglichkeiten und Wickeltische wieder entfernt werden, weil sie innerhalb weniger Wochen durch Vandalismus zerstört oder unbrauchbar gemacht wurden.“ Weiter fügte er an: „Schäden durch Vandalismus oder stärkere Verunreinigungen kommen leider immer mal wieder vor. Sie sind meist der Grund dafür, wenn Toiletten für einige Zeit ganz geschlossen werden müssen.“ In der Innenstadt betreibt die Stadt Fulda Toiletten am Bonifatiusplatz, am Busbahnhof ZOB, am Kiosk Heertorplatz, am Domplatz, am Friedhof Frauenberg, am Kanzlerpalais, am Parkplatz Weimarer Straße, im Vonderau-Museum sowie am Wasserspielplatz an der Wiesenmühle. Im Bau befindet sich zudem eine „Toilette für alle“ im Dahliengarten, welche im Frühjahr 2025 fertiggestellt werden soll.