Corinna Kultermann vom Karnevalverein Magdlos bestätigt, dass am Sonntag beim Frauenfrühschoppen des Vereins vier Frauen KO-Tropfen verabreicht bekommen hätten. Sie bezeichnet diese Aktion als „schrecklich“. Hinweise auf die Täter gebe es bisher nicht: „Wir tappen im Dunkeln.“ Der Verein wolle sich mit anderen Vereinen in der Region abstimmen, um die Gäste besser zu schützen, ergänzt Kultermann.
Der Vorstand des Rückerser Carneval Vereins teilt mit, dass zwei Frauen am Freitag nach dem Besuch einer Veranstaltung ins Krankenhaus gebracht wurden. Es bestehe der Verdacht auf den Einsatz von KO-Tropfen. Am Samstag habe der Verein bei einer weiteren Veranstaltung alle Gäste sensibilisiert, auf die Getränke zu achten. Der Verein spricht sich auf Rückfrage deutlich gegen diese Taten aus.
In den sozialen Medien warnten einige Menschen am Mittwoch ihre Mitmenschen vor den Ereignissen, um zu dem Thema zu sensibilisieren. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen mitteilt, liegen zum aktuellen Zeitpunkt keine Anzeigen in Bezug auf K.O.-Tropfen bei Fastnachtsveranstaltungen 2025 im Landkreis Fulda vor. Die Pressestelle informiert: „Grundsätzlich gilt: Wenn der Verdacht besteht, dass man K.O.-Tropfen verabreicht bekommen hat, sollte sich die Person umgehend in einem Krankenhaus vorstellen, sodass dort die notwendigen medizinischen Feststellungen getroffen werden können.“ Zudem solle Anzeige bei der Polizei erstattet werden, damit alle notwendigen Ermittlungsmaßnahmen ergriffen werden könnten.
Die Polizei gibt folgende Tipps, um sich vor der Verabreichung von K.O.-Tropfen durch Dritte zu schützen: „Bestellen Sie Getränke bei der Bedienung und nehmen Sie diese nur selbst entgegen. Nehmen Sie von Unbekannten keine offenen Getränke an. Lassen Sie Getränke und Speisen nicht unbeaufsichtigt. Kaufen Sie besser kleine Mengen an Getränken und trinken Sie diese vor dem Tanzen oder dem Gang zur Toilette aus. Bestellen Sie im Zweifelsfall lieber ein neues Getränk.“ Wer sich komisch fühle, solle sich umgehend an Freundinnen und Freunde sowie das Personal wenden und um Hilfe bitten: „Lassen Sie sich von einer Person Ihres Vertrauens nach Hause oder an einen sicheren Ort bringen.“
Bezugnehmend auf die derzeit bei Social Media kursierenden Meldungen, bei welchen auf regionalen Fastnachtsveranstaltungen K.O.-Tropfen im Umlauf gewesen sein sollen, bittet das Polizeipräsidium Osthessen darum, dass sich potenziell Geschädigte melden. Das sei telefonisch möglich unter 0661/105-0 sowie bei jeder anderen Polizeidienststelle.
