„Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, berichtet Andreas Herzberg, als er nach knapp 15 Jahren an den Eiterfelder Hain zurückkehrte: In der Saison 2009/2010 coachte er das Team bereits auf Verbandsliga-Ebene und weiß heute noch genau: „Wir waren drittbeste Rückrundenmannschaft und haben neun Punkte zum Nichtabstiegsplatz aufgeholt. Am Ende haben wir mit einem Unentschieden am letzten Spieltag in Korbach die Klasse gehalten“. Aus damaligen Zeiten seien Herzberg bei seiner Rückkehr nun „viele bekannte Gesichter“ über den Weg gelaufen, alle freuten sich über das Wiedersehen.
Als Nachfolge-Lösung von Romeo Schäfer wurde Herzberg in der vergangenen Woche präsentiert und leitete den Auftakt am Kunstrasen. „Florian Roth hatte mich angerufen, da war ich doch etwas überrascht“, gibt der erfahrene Coach zu: „Er sagte: Du musst uns helfen. Ich hatte mich eigentlich mit meinem Fußballrentner-Dasein arrangiert, aber die Gespräche mit meiner Familie haben dann doch den Impuls gegeben“, erklärt Herzberg: „Und wenn ich mich zu etwas entscheide, dann mach ich es auch richtig“.
Nach dem Auftakt in der Vorwoche bittet Herzberg nun in dieser Woche viermal zum Training, dazu steht der Test gegen Steinbach am Mittwoch an. „Aufstellung und so weiter überlasse ich dem Florian Roth“, lacht der Coach: „Er weiß genau, wo seine Spieler hingehören. Für mich ist erstmal die Kennlernphase wichtig“. Und zum Spiel sagt er: „Der Gegner ist erstmal nur Mittel zum Zweck. Wir werden, auch weil Steinbach schon länger trainiert, unser Defensivverhalten probieren, und wollen in den talentfreien Bereichen beweisen, was wir können“.
Den „vernünftigen“ Vorbereitungsplan von Romeo Schäfer konnte der Nachfolger so übernehmen, erfindet die Vorbereitung nicht neu. „Ich habe aber schon den Eindruck bekommen, der mir kommuniziert wurde: Die Mannschaft ist jung und technisch gut. Jetzt schauen wir, wie sich das entwickelt“, sagt Herzberg, der als Trainer in Thüringen die Verbandsliga Nord eher weniger verfolgte: „Ehrlicherweise hat mich das natürlich nicht interessiert, die Zeiten in Hessen waren lange vorbei“. Lediglich seinen Schützling Maxim Bevz hatte er ein paar Mal beim Hünfelder SV beobachtet, „sonst gab es da keine Berührungspunkte“. Sehr wohl gibt es diese aber mit dem SV Steinbach: Der Testspielgegner gehört ebenfalls zu Herzbergs Vita, von 2010 bis Herbst 2011 coachte er im Mühlengrund. „Zu David Fladung und Peter Paliatka gab es immer wieder Verbindungen. Sie haben sich sehr gefreut, als wir uns gesehen haben, sie haben vergangenen Freitag zur gleichen Zeit bei uns am Kunstrasen trainiert. Für ein intensives Gespräch war keine Zeit, das wollen wir aber nachholen“, so Herzberg, der seinen Trainerkollegen lobt: „Der Steinbacher Kader ist ja nicht auf Rosen gebettet. Sich da in der Hessenliga zu behaupten, das ist schon gut, wie Petr das über die Jahre hinweg macht“. Andreas Herzberg
Was für die Eiterfelder der erste Test ist, ist für den SVS Rückkehr auf gewohntes Terrain: Regelmäßig trainieren die Steinbacher über den Winter am Kunstrasen in Eiterfeld, und sind in Sachen Testspielen bereits im Rhythmus: 1:2 in Hünfeld, 4:2 in Bad Soden. Zuletzt jedoch hatte Trainer Petr Paliatka einen geschrumpften Kader. Zum Mittwoch ist zumindest David Brähler zurück aus dem Urlaub, Leon Wittke dürfte ebenfalls wieder dabei sein. Dagegen ist Alin Neacsu beruflich verhindert, Tom Wiegand war zuletzt erkrankt und ist ebenfalls höchst fraglich. Für die, die auflaufen, hat Paliatka aber eine klare Ansage: „Wichtig ist, dass wir weiter über die Spiele kommen, dass die Jungs sich ihre Fitness holen“. Denn schon in zweieinhalb Wochen startet die Hessenliga-Restrunde.
