Die ehemaligen Pfarreien St. Antonius von Padua Künzell, St. Pius Fulda, Hl. Dreifaltigkeit Pilgerzell (mit den Kirchen auf dem Florenberg und in Dirlos) und Maria Hilf Bachrain, hatten zuvor bereits im ehemaligen Pastoralverbund Florenberg-Ziehers-Süd kooperiert und sind nun zusammengeschlossen worden. Wie Domkapitular Renze auf Nachfrage bestätigte, gab es im Bistum Fulda in den letzten Jahren schon einige Zusammenschlüsse. Im Kreis sei das beispielsweise unter anderem die Pfarrei Hünfelder Land mit 18 Kirchorten und der Zusammenschluss von Petersberg und Ziehers-Nord zur Pfarrei St. Lioba. Dort stehe in 14 Tagen ein weiterer Zusammenschluss an. Zu dieser Entwicklung sagte Renze: „Grundsätzlich freue ich mich, dass sich die Gemeinden auf den Weg machen, stärker zusammen zu rücken und sich zusammen zu schließen.“ In einer Zeit, in der die Kirche unter Druck stehe, werde gezeigt, wie ein gutes Glaubenszeugnis vorgelebt werden kann: „Deswegen war es mir wichtig heute auch in der Predigt zu sagen, dass man wirklich Gott in die Welt trägt und das gemeinsam macht. Wenn man sich zusammenschließt, sind die Möglichkeiten größer, als wenn man das vereinzelt macht.“
Der neue gemeinsame Pfarrer Rudolf Liebig, bisher in Künzell, konnte im gut besuchten Gottesdienst einige Gäste besonders begrüßen. Der bisherige Pilgerzeller Pfarrer Dr. Innocent Oyibo wird ebenso weiter der Pfarrei erhalten bleiben. Er hieß Abordnungen der meisten Künzeller Vereine willkommen, wobei er hier besonders die Kirmesgesellschaften aus Künzell und Bachrain nannte: „Ihr jungen Leute seid die Zukunft. Auf euch wird es ankommen, dass die neue Gemeinde Zukunft hat.“ Liebig begrüßte weiter Michael Brand (MdB), Sebastian Müller (MdL), den Künzeller Bürgermeister Timo Zentgraf, den ehemaligen Fuldaer OB Gerhard Möller, den Kreisbeigeordneten Joachim Janshen und die Ortsvorsteher von Bachrain, Pilgerzell und Dirlos. Liebig betonte, dass neue Pfade betreten werden, aber es schon vieles gemeinsam gibt. „Wir müssen da nicht bei null anfangen“. Allein 31 Messdiener waren beim Gottesdienst, was noch nicht alle aus den bisherigen Pfarreien waren. In Zukunft brauche man keine Bedenkenträger. Auch für ihn selbst gelte dabei, sich mit 66 Jahren keine Gedanken um Ruhestand zu machen, sondern angesichts des Zusammenschlusses: „Mit 66 Jahren fängt das Leben neu an.“
Anstelle einer langen Predigt gab es ein Gespräch am Altar mit Brigitte Latsch und Natalyn Grom, die ebenso auf die vielen Gemeinsamkeiten eingingen, die es schon jetzt zwischen den Pfarreien gibt. Es brauche jetzt „ein bisschen Fernsicht, ein bisschen Weitsicht und Gottvertrauen ist wichtig“. Bei den vielen Veranstaltungen der Kirche finde sich bestimmt für jeden etwas. Es solle jeder auch einmal über die bisherigen Grenzen hinweg nachschauen, was ja auch einfach sei – „Kirche wird jetzt digital“. In ihrem Ausblick waren sie dann optimistisch: „Wir werden bestimmt zusammenwachsen.“
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Musikverein S. Antonius Künzell. Nach dem Gottesdienst wurde sich dann bei einem Empfang im Pfarrheim noch miteinander ausgetauscht, so dass es nicht nur ein gemeinsamer Gottesdienst von fünf ehemaligen Pfarreien war, sondern auch gleich ein gemeinsames geselliges Beisammensein.
