Vor zwei Jahren musste bereits die AWO Fulda ihr Angebot quittieren, Anfang Juli folgt nun der SkF. „Schon seit langem haben Vorstand und Geschäftsführung darum gekämpft, den Betreuungsverein zu erhalten“, berichtet Muth. Doch die steigenden Anforderungen an Betreuer, die in der Vergütung nicht abgebildet sind, führten nun zu der schweren Entscheidung. „Seit Jahren hat der Verein defizitär gearbeitet und wurde vom SkF aufgefangen, dies ist nun nicht mehr möglich“, erklärt die Geschäftsführerin weiter.
Die Mitarbeitenden, die teilweise schon seit 30 Jahren im Betreuungsverein arbeiten, seien zunächst geschockt gewesen, hätten die Entscheidung aber nach ausführlichen Gesprächen mit der Geschäftsleitung nachvollziehen können, sagt Muth. „Die Betreuer selbst haben gespürt, dass die steigenden Anforderungen, die steigende Bürokratie mit der gesetzlichen Vergütung nicht mehr vereinbar ist“, führt sie aus. Den Mitarbeitenden sei angeboten worden, beim SkF zu bleiben und dort andere Aufgaben zu übernehmen. „Dankbar waren sowohl die Klienten, als auch die Betreuer, dass wir noch bis zum 30. Juni einen guten Übergang schaffen und nicht schon zum Ende des Jahres 2024 die Reißleine ziehen“, sagt Muth: „Wir sind bemüht alle unsere Klienten gut zu übergeben, zum einen werden wir Einzelne an den VDK übergeben, zum anderen übernehmen Berufsbetreuer die unsere Klienten bereits kennen und mit dem SkF zusammenarbeiten, Klienten.“
Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen ist mit der Schließung des SkF-Vereins der einzig verbleibende Dienstleister in diesem Bereich im ganzen Landkreis. Wie Geschäftsführerin Ingrid Michel berichtet, bereite sich der Verein bereits auf einen Ansturm vor. So werden ab dem 28. April regelmäßige Nachmittagskurse angeboten, in welchen das ehrenamtliche Personal für die neuen Aufgaben geschult werde. „Es ist einfach eine andere Frage, ob ich gerichtlich unterstütze oder jemanden im Seniorenheim betreue“, fügt sie an.
Die derzeit fünf angestellten Mitarbeiter, die sich bisher mit derartig beschaffenen Fällen befassten, würden bisher über 50 Fälle bearbeiten. Die Kapazitäten würden nach dem Wegfallen des Angebots des SkF ausgebaut werden, verspricht die VdK-Geschäftsführerin: „60 bis 80 Fälle können schon übernommen werden.“ Außerdem sei geplant, bei Bedarf eine weitere Person einzustellen. Dazu kämen die circa 100 Ehrenamtlichen, die bis zu 150 Fälle bearbeiten könnten, sobald es soweit ist.
