Lokales FD 01.01.2025

Schluss nach 100 Jahren: „mode&textil Enders“ schließt endgültig

Hilders (fp) – Das Textilhaus „mode&textil Enders“ in Hilders schließt nach 100 Jahren zum 31. März endgültig seine Pforten. Gabriele Dittrich, Inhaberin des Traditionsgeschäftes, geht mit 68 Jahren in die „wohlverdiente Rente“. Einen Nachfolger gäbe es aber nicht, was kein Wunder sei, denn das Geschäft mit dem Stoff sei in den vergangenen Jahrzehnten immer schwieriger geworden, erklärt die Einzelhändlerin.

Das Team des Textilhauses „mode&textil Enders“ verabschiedet sich in den kommenden Monaten von den Kunden. Fotos: Franz-Josef Enders

„Der Textileinzelhandel ist einfach am Boden“, sagt Dittrich: „Nicht nur hier, sondern allgemein.“ Schon seit einem Jahrzehnt seien die Absätze zurückgegangen, was sie auch auf die Beliebtheit des Internethandels zurückführt. „Das hat uns seit Jahren zu schaffen gemacht“, fügt die Inhaberin an. Auch die steigenden bürokratischen Anforderungen seien ein Problem. „Wir hatten viele liebe, nette Stammkunden, für die tut es mir auch sehr leid, aber die reichen einfach nicht aus, um so ein Geschäft zu führen“, erklärt die 68-Jährige. Nach der Schließung will sich die dann Rentnerin voll auf ihre Familie und ihre Hobbies konzentrieren. „Ich habe zwei Enkelkinder. Die freuen sich, wenn die Oma da ist“, lacht sie und fügt hinzu: „Außerdem spiele ich Tennis und Golf. Ich denke, ich werde mich nicht langweilen.“

Ab Donnerstag bis zur Schließung am 31. März findet im Textilhaus ein Abverkauf statt, bei dem die vielen Damen-, Herren- und Kinderkleidungsstücke bis zu 60 Prozent reduziert seien werden. „Wir haben auch nur neue Ware, keine Altkleider“, betont Dittrich stolz und fügt hinzu: „Ich bin zuversichtlich, dass das alles raus kommt.“ Wie es mit der Immobilie weitergeht wisse Dittrich, die auch Inhaberin des Hauses ist aber auch noch nicht. „Ich werde in den kommenden Wochen etwas in die Wege leiten. Ich bin zuversichtlich, dass sie da jemand findet“, sagt sie und fügt hinzu: „Vielleicht etwas Branchenfremdes. Ein Dienstleister oder sowas.“ Fast 100 Quadratmeter habe die Fläche und zwei Eingänge, was sogar eine Doppelnutzung zulasse, hebt sie hervor. „Man könnte das Teilen, wenn es nötig wäre.“