„Es wird bestimmt irgendwann weitergehen, aber sicher nicht auf Regionalliga-Niveau“, schmunzelt Schaaf und verrät, dass das Ende der aktiven Karriere für den höherklassigen Fußball gilt. Doch die heimischen Ligen dürfen sich womöglich früher oder später auf Schaaf auf dem Platz freuen. Wobei sich der Barockstadt-Kapitän alle Zeit der Welt lässt, das zu entscheiden. Und alles offen lässt: „Im Sommer gibt es erstmal einen Break. Wie lange, wird man sehen. Ich werde mich vielleicht irgendwo fithalten, aber komplett belanglos – ohne Verpflichtungen einzugehen oder etwas anzunehmen“. Die Zeit wolle Schaaf nun der Familie schenken, „die in den letzten Jahren immer wieder zurückgesteckt hat“.
Wer den 35-Jährigen kennt, weiß, dass er nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Nie seine Mannschaft im Stich gelassen hat. Und eine starke Meinung hatte, was ihn zum Führungsspieler gemacht hat. Seit 2012 steht Schaaf für den TSV Lehnerz beziehungsweise die SG Barockstadt auf dem Feld, wurde früh Kapitän und hat Vereinstreue gelebt. „Man verbringt ja verschiedene Lebensphasen mit vielen Spielern, lernt Freunde kennen und schätzen“, sagt Schaaf, der nach seiner aktiven Karriere die SG Barockstadt unterstützten möchte: „Ich hoffe, dass wir in den nächsten Monaten Gespräche führen und vielleicht schon ab Sommer was finden, was ich machen kann“, sagt er – natürlich weniger zeitintensiv, als selbst zu spielen.
Denn dieser Lebensabschnitt endet, zumindest auf Regionalliga-Ebene. „Nach dem Aufstieg habe ich gesagt, dass ich auf jeden Fall nochmal Regionalliga spielen will. Es hat Bock gemacht, aus einem Jahr wurden dann zwei“. Bei der Entscheidung für die dritte Saison, in der er sich gerade befindet, habe es schon andere Gedanken gegeben, gibt Schaaf offen zu: „Auch mit dem Aufwand, der dahinter steckt. Für mich, aber auch für meine Frau und beiden Kinder“. Im Sommer dann Jahre mit Familie, Regionalliga-Fußball und Job unter einem Hut, das verdient Respekt. Ebenso wie die Entscheidung, dass danach ein Teil wegbricht. „Es war mit dem Vorstand immer so abgesprochen, dass ich derjenige bin, der irgendwann diese Entscheidung fällt. Ich bin fein damit, und dankbar, dass ich das erleben durfte. Andere würden wahrscheinlich mit dem Kopf schütteln, alles über drei Jahre in Einklang zu bringen“.
Verschiedene Faktoren haben Schaaf zu dem Schritt bewegt, sei es die höhere Stundenzahl im Job ab Sommer, der Kindergarten-Start seiner Tochter, oder auch der Körper. Wobei das nicht ausschlaggeben war, sagt Schaaf, trotz Syndesmoseband-Schaden, Kreuzbandriss, und anderen Blessuren über die vergangenen Jahre. Der Vollblutfußballer wird im Sommer 36, und ist eben in einem Alter, wo dieser Schritt nicht mehr überraschend ist. „So schön es war, irgendwann kommt der Zeitpunkt für diese Entscheidung. Der ist finde ich jetzt genau richtig“, schließt Schaaf ab. Eine Rückrunde mit der SG Barockstadt, und Ziele auf dem Platz, hat er noch, bevor er im Hintergrund unterstützen möchte. Und die Binde abgeben wird: „Wir sind in einem Fahrwasser, wo man den Staffelstab mal an die nächste Generation überreichen kann“. Wie all die Jahre zuvor: Schaaf denkt an das Team. Und freut sich auf mehr Zeit für seine Familie.
