„Ich bin sicher mal auf verschneiten Feldern oder Gletschern gelaufen, aber so ein Rennen – das war definitiv das erste Mal“, strahlt Romanowski Tage nach dem Wettbewerb, zwar noch gezeichnet, aber glücklich: „Sowas habe ich noch nie gemacht, so viele Stunden mit Spikes an den Schuhen, vereiste Pisten hoch und runter“, schwärmt die Trailrunnerin.
Über einen bekannten Athleten der Tour de Tirol, ein Bekannter von Läuferin Nadine Hübel, sei Romanowski auf das Event gekommen und hatte sich kurzfristig angemeldet für den Mountainman Wintertrail Mittersill-Kitzski. Die Laufserien selbst gibt es mit vielen Terminen in den Alpen und Voralpen, doch das Event in Mittersill fand erst zum zweiten Mal statt. „Ich habe die Anmeldung spontan abgegeben, dann waren wir eine riesen Gruppe aus der Rhön. Acht haben auf verschiedenen Distanzen teilgenommen, zwei waren zur Unterstützung dabei“, berichtet Romanowski.
Im Salzburger Land ging es dann am Samstag auf die Piste: Ungewohntes Terrain, verschneite Alpen, Spikes. „Es ging darum, schnell voranzukommen. Sonst läuft man in den Alpen in absturzgefährdetem Gelände, man muss viel kraxeln, aber diesmal war es total laufbar auf den Skipisten. Teilweise sind die Leute auf dem Hintern die Pisten runtergerutscht“, so ihre Eindrücke. Am Ende des Marathons stand eine stolze Zeit von etwa 5:39 Stunden. Damit wurde Romanowski drittbeste Frau auf der Strecke hinter zwei Profi-Athletinnen, und beste Deutsche im Marathon. „Das macht einen schon stolz“, freut sie sich und hatte auch Gelegenheit, mit Profi Esther Fellhofer zu sprechen: „Sie war schnellste Frau, und sagte auch, dass sie kein Rennen kennt, das so hart ist“. Fellhofer müsse es wissen: „Sie lebt quasi in den Bergen“.
Doch nicht nur Romanowski, die noch Tage danach wacklicke Beine hat, wie sie zugibt, kam über die Ziellinie: Mit der „Trailrunning Crew Rhön“, wie sich die Gruppe nennt, hatte sie am Wochenende viel Spaß. „Besonders stolz konnten wir auf unsere Anke sein, sie ist so alt wie meine Mama und ist mit 54 Zweite in ihrer Altersklasse geworden, das war richtig krass“.
Das Thema Sport und Bewegung hat Romanowski nicht nur verinnerlicht, sie möchte es auch weitergeben. Den Heartbeat Ultra in Fulda und weitere Geschichten initiierte sie bereits und stellt fest: „Die Trailrunning-Gruppe wird immer größer. Dann hat sich alles ergeben“. So bietet sie in diesem Jahr nun Trailrunning-Camps in der Rhön an. Tourismus, Bewegung und Gemeinschaft – eine tolle Kombination. Bereits zum Weltfrauentag ist ein Camp für Frauen vom 7. bis 9. März geplant und organisiert worden, für das Romanowski wirbt: „Die Anmeldung läuft, das wird ein großartiges Selbstentdecker-Camp. Wir werden auch klettern“. Spätestens in 2026 plane sie sogar, vereinzelte Camps aus der Rhön in die Alpen zu verlegen.
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