Nachdem Mario Dänner im vergangenen Sommer angekündigt hatte, nicht wieder zu kandidieren, stand fest, dass es ab 1. Juli dieses Jahres einen neuen Rathauschef in Tann geben wird. Mit Michael Conrad (CDU) und den parteiunabhängig antretenden Bewerbern Mathias Gelbe, Stefan Bohn und Reinhard Hofmann, gab es vier Bewerber. Umso deutlicher war dann das Ergebnis: Gelbe siegte in allen Wahlbezirken außer Hundsbach mit seinen 159 Wahlberechtigten deutlich. In den allermeisten Wahlbezirken sogar mit über 60 Prozent der Stimmen. Sein Spitzenergebnis hatte er in Neuschwambach mit über 70 Prozent.
Auch wenn sich der Wahlausgang durch die nach und nach eintreffenden Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke für die Kandidaten und Besucher in der Tanner Stadthalle schon früh abzeichnete, war Gelbe die Freude als auch der letzte Bezirk gemeldet war, deutlich anzusehen. Er umarmte seine Frau und seine beiden Kinder, dann nahm er Glückwünsche entgegen. In der langen Reihe der Gratulanten waren unter anderem Landrat Bernd Woide, Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, Landtagsabgeordneter Sebastian Müller und rund die Hälfte seiner zukünftigen Bürgermeisterkollegen aus dem Kreisgebiet.
Noch-Bürgermeister und Wahlleiter Dänner begrüßte dann die Anwesenden und bat um einen „Riesenapplaus an die vier Kandidaten, dass ihr euch zur Wahl gestellt habt“. Auch im Namen der Stadt Tann gratulierte er und freute sich „über das eindeutige Ergebnis“. An Gelbe wandte er die Worte: „Bürgermeister ist ein wunderbarer Beruf. Es gibt dabei wie überall gute und schlechte Momente. Wenn man sich aber einsetzen kann auch für seine Heimatgemeinde ist das wunderbar.“ Er lud Gelbe ein, sich in den kommenden Monaten schon vor Amtsantritt in der Gemeindeverwaltung zu allem zu informieren und sich einzuarbeiten – ein Angebot, welches dieser später gerne annahm.
Landrat Woide schloss sich dem an: „Bürgermeister haben ein schönes, aber auch ein herausforderndes Amt.“ Auch er lud Gelbe ein, schon vor Amtsantritt einmal bei ihm „vorbeizuschauen, damit wir uns kennenlernen und damit wir zusammenarbeiten“. Wie Woide weiter sagte, gehöre zu einer „bürgerfreundlichen Gemeinde auch immer der freundliche Bürger“. Die Anwesenden bat er in diesem Sinne weiter Gemeinschaft wahrzunehmen und sich einzubringen in die Demokratie: „Wir sollten Demokratie schätzen, denn sie führt dazu, dass wir mitgestalten, dass jeder Einzelne sagen kann ‚Ich kann mitmachen‘“.
Sebastian Müller gratulierte „ganz, ganz herzlich“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit: „Lassen Sie uns Tann gemeinsam stärken. Es gäbe einiges, was nur gemeinsam erreichbar sei: „Wir müssen als Region gut zusammenarbeiten.“ Müller gratulierte auch im Namen seines Vorgängers Markus Meysner, welcher gleichzeitig als ehemaliger Tanner Bürgermeister auch einer der Vorgänger von Gelbe ist. Frederik Schmitt sprach als CDU-Kreisvorsitzender. Nach der Gratulation bei Gelbe „für das überzeugende Ergebnis“ bedankte er sich bei Conrad, der durch seine Kandidatur dafür gesorgt habe „eine wirkliche Auswahl zu schaffen“. Für fast 70 Prozent Wahlbeteiligung bedanke er sich bei allen Tannern – es sei eine „besondere wirklich erfreuliche Zahl“. Im Namen der Bürgermeisterkreisversammlung sprach Manfred Helfrich (Poppenhausen), der gemeinsam mit Markus Röder (Hofbieber) den neuen Rathauschef in der Runde willkommen hieß.
Mathias Gelbe freute sich „wahnsinnig“ über das „starke Mandat“. Auch weil bei vier Kandidaten die Möglichkeit einer Stichwahl immer im Raum gestanden habe. Ein besonderer Dank galt seiner Familie, die gemeinsam mit vielen Unterstützern ganz besonders geholfen habe, den Wahlkampf durchzuziehen. Er nannte auch seine über 90 Jahre alten Großeltern: „Ganz besonders von meinem Großvater konnte ich ganz viel mitnehmen“. Nicht unerwähnt ließ er Michael Conrad, den er im Wahlkampf „als offenen, ganz herzlichen und fairen Menschen“ kennengelernt habe: „Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass wir uns in dieser höflichen Art miteinander austauschen durften.“ Er bot allen Tannern an „transparent, offen und gemeinsam“ die Zukunft zu gestalten.
Markus Conrad selbst hatte vor Bekanntgabe des Ergebnisses noch auf eine Stichwahl getippt, sagte dann aber nach der Auszählung über das Ergebnis, dass es ihm nach einem anstrengenden Wahlkampf nun erst einmal etwas Ruhe verschafft. Auf ihn waren 33,60 Prozent der Stimmen entfallen. Die beiden andren Kandidaten waren auch anwesend, wenn auch ziemlich offensichtlich mit wenig Unterstützern. Hofmann, dem eine Nähe zu Reichsbürgern nachgesagt wird, erklärte, sich ein besseres Ergebnis erhofft zu haben, ihn hatten 3,27 Prozent ihre Stimme gegeben. Bohn, der Vierte im Bunde hatten 3,19 Prozent erhalten.
