Wie aus einer Bäckerei ein Atelier werden kann, erklärt die neue Inhaberin ganz einfach: „Die Bäckerei war frei, ich habe Räumlichkeiten gesucht.“ Der ehemalige Betreiber Jürgen Wess hätte einen Nachmieter gesucht, der nichts an der ursprünglichen Ausstattung verändere, woran sich Hofmann auch halte, wie sie betont. „Da wo früher Torten standen, stehen jetzt Bilder“, sagt sie zufrieden.
Zwischen 30 und 40 Gemälde mit verschiedenen Motiven und aus unterschiedlichsten Materialien stellt Hermann in ihrer Werkstatt aus. „Von gegenständlich bis abstrakt ist alles dabei“, erklärt die Künstlerin. Alle hat sie selbst gefertigt, obwohl sie sich selbst nicht als „Künstlerin im eigentlichen Sinne“ bezeichnen würde, hebt sie hervor: „Ich bin hauptberuflich Industrieanwältin. Ich male einfach, was mir in den Kopf kommt.“ Besonders angetan hätten es ihr Portraits von älteren Menschen, wie sie ausführt: „Ich zeichne gerne alte, vom Leben gezeichnete Gesichter. Die sind voller Leben und erzählen immer eine Geschichte.“
Das Atelier und Hermanns Kunst stoßen in Horas auf viel positive Resonanz, was sie sehr überrascht habe, aber gleichermaßen glücklich mache. „Ich hätte nie gedacht, dass das Interesse so groß ist“, berichtet sie und ergänzt stolz: „Ich bin sogar angesprochen worden, ob ich Malkurse machen würde.“ Zwar veranstalte sie immer wieder Events in den Räumlichkeiten, aber da sie immer noch ihrem Beruf nachgehe, sei die Werkstatt nicht immer geöffnet, doch die Kunden könnten ihre Kunst nach telefonischer Absprache jederzeit erwerben. „Das ist nicht wie eine Galerie, wo einer von morgens bis abends drin sitzt und Bilder verkauft“, erläutert sie: „Wenn jemand Interesse hat, kann er mich einfach anrufen. Ich wohne ganz in der Nähe.“ Unter der Telefonnummer 0151/20297288, die auch an der Tür der Bäckerei aushängt, sei Hermann zu erreichen, erklärt sie.
