Volleyball 02.01.2025

Johannesberger Spielerin in den USA: Die Gasteltern sind immer dabei

Johannesberg/Cleburne (pm/pf) – Die 15-jährige Frieda absolviert aktuell einen einjährigen Schüleraustausch im US-Bundesstaat Texas. Die Nachwuchs-Volleyballerin der SG Johannesberg berichtet zum Jahreswechsel von ihren Erfahrungen an der High School, den sportlichen Möglichkeiten und dem Trainingsalltag.

Fotos: privat

Fotos: Miranda Sellwood.

„Ich bin Frieda und bin 15 Jahre alt. Ich spiele bereits seit drei Jahren Volleyball bei der SG Johannesberg, diese Saison bin ich aber leider nicht dabei. Ich bin nämlich für einen Schüleraustausch ein Jahr in Texas. Hier verbringe ich die zehnte Klasse und bin in einem kleinen Vorort von Fort Worth, namens Cleburne, gelandet. Meine Gastfamilie habe ich erst sehr spät Ende August bekommen, als die Schule in Fulda schon wieder begonnen hatte, aber bereits drei Tage danach ging auch schon mein Flug. Von Frankfurt aus ging es nach Chicago und dann endlich nach Dallas, wo schon meine Gasteltern und Gastgeschwister auf mich gewartet haben. Zwei Tage später ging dann auch schon die Schule los und an meinem ersten Schultag durfte ich dann meine verschiedenen Fächer auswählen. Ich habe mich für Fächer wie zum Beispiel Agrarwirtschaft oder Anatomie entschieden. Aber ich habe auch Athletics, also Sportunterricht gewählt. Das kann man sich aber nicht wie den Sportunterricht in Deutschland vorstellen.

Hier kann man je nach Saison unterschiedliche Sportarten wie Basketball, Volleyball, Softball, Golf sogar Powerlifting machen und wenn man gerade keine Sportart macht, macht man in seiner Sportstunde einfach ein Workout mit allen anderen, die auch gerade in der so genannten „Off Season“ sind.

Wenn man jedoch eine Sportart macht, in meinem Fall Volleyball, dann sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Man hat fast täglich, auch in den Ferien, Training und zweimal die Woche ein Spiel. Zu den Auswärtsspielen, die auch unter der Woche und nicht wie bei uns zuhause am Wochenende stattfinden, fährt das ganze Team immer zusammen mit einem gelben Schulbus hin. Meine Gasteltern und -geschwister haben keines unserer Heimspiele verpasst und sind immer zum Zuschauen da gewesen. Das Training ist ungefähr zwei bis drei Stunden lang und sehr anspruchsvoll. Die meisten spielen ihren Sport schon seit der Grundschule und sind deshalb auch sehr gut.

An meinem ersten Schultag an meiner High School in Rio Vista, dem Nachbarort von Cleburne, hatte die Schule und somit auch die Volleyballsaison schon seit drei Wochen begonnen, ich durfte aber trotzdem sofort an einem Probetraining teilnehmen. Es hat mir super viel Spaß gemacht und die Coaches haben entschieden, dass ich im JV, „Junior Varsity“, Team spielen darf. Das ist ungefähr so wie unsere zweite Mannschaft in Johannesberg.

Wir hatten jeden Tag nach der Schule mindestens zwei Stunden Training und es war zwar immer sehr anspruchsvoll, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht, weil es einfach ganz anders als zu Hause bei der SG Johannesberg aufgebaut war. Nachdem die Volleyball-Saison für meine Mannschaft vorbei war, durfte ich dann auch noch als Manager beim Varsity Team, das ist wie die erste Mannschaft, dabeibleiben, denn die hatten noch die so genannten Play Offs. 

Aber auch die Play Offs waren dann leider viel zu schnell wieder dabei und Volleyball war komplett vorbei. Da man hier pro Schuljahr mindestens zwei Sportarten spielen muss, habe ich mich jetzt für Basketball entschieden. Obwohl ich eine totale Anfängerin war, hatte niemand ein Problem damit, dass ich mit im Team bin. Für mich war es eine ziemliche Umstellung, aber es macht mir auch sehr viel Spaß.“