Sportlich kann sich beim Hünfelder SV wohl niemand beschweren: Vom „verflixten zweiten Jahr“ nach dem Aufstieg ist überhaupt nichts zu spüren und die Jungs von der Rhönkampfbahn haben sich fest in der Hessenliga etabliert. „Hier und da war es zwar etwas holprig“, so Johannes Helmke, doch insgesamt kann der HSV-Coach eine positive Zwischenbilanz ziehen. 36 Punkte sammelten die Hünfelder bereits – das reicht für einen beachtlichen fünften Platz. „Wir hatten einfach nie eine richtige Schwächephase“, freut sich Helmke. Ganz im Gegenteil: Mit zunehmender Saisondauer wurde der HSV immer stärker und steht mittlerweile bei sieben Ligaspielen in Folge ohne Niederlage. „Der Umbruch im Sommer war erfolgreich“, bestätigt Helmke: „Wir können zufrieden sein und mit Vorfreude in die Vorbereitung starten – dies ist gerade im Winter sehr wichtig. Aus den letzten Partien können wir ordentlich Motivation ziehen.“
Trotz der Erfolge gingen 22 Ligaspiele in rund 18 Wochen nicht spurlos am Trainer vorbei. Wöchentlich gab es für Helmke neue Herausforderungen: Ausfälle hier, knifflige Gegner da und dazwischen eine hungrige Truppe, die es zu zügeln galt. Der 38-Jährige genießt es, während der Fußballpause mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. „Deshalb fahren wir seit Jahren in den Norden an die Ostsee“, erklärt der HSV-Coach, der mittlerweile wieder in der Heimat ist. Genauso sollen aber auch seine Spieler etwas abschalten – und das tun sie: „Ein paar sind im Skiurlaub oder sogar in der Karibik“, so Helmke. Sonne tanken, bevor es in den verbleibenden Pflichtspielen wieder eiskalt zugeschlagen werden soll. Lange ist die Pause keineswegs: Rund fünf Wochen haben die Hünfelder frei, ehe der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen wird. Am 13. Januar gibt es das große Wiedersehen an der Rhönkampfbahn – am 15. Februar geht es dann zum Restrundenauftakt nach Friedberg. Einen genauen Trainingsplan für die fußballfreie Phase gibt es nicht: Helmke setzt auf Eigeninitiative und vertraut seinen Akteuren. „Viele halten sich auch so fit“, ist sich der Übungsleiter sicher: „Ich brauche den Jungs nichts mitgeben.“
Eine Hiobsbotschaft gibt es aber. „Benedikt Kaiser wird diese Saison vermutlich nicht mehr spielen – frühestens gegen Ende der Spielzeit. Wir müssen ohne ihn planen“, teilt Helmke mit. Der Torhüter des Hünfelder SV war bis zu seiner Schulter-Verletzung Anfang November ein fester Rückhalt zwischen den Pfosten. Für ihn rückte Jannis Maul in die Anfangsformation, der seine Sache sehr gut macht. Nur dahinter wird es etwas kompliziert: Als Ersatzkeeper fungiert aktuell Maurice Pappert, der den HSV im Sommer eigentlich verlassen hatte. „Das ist eine kleine Baustelle“, fasst Helmke zusammen. Veränderungen auf dieser Position sind möglich – ansonsten sind aber keine Veränderungen im Kader geplant.
