Lokales FD 24.01.2025

Herausforderungen für Europa: Brand und Simon stellen Lösungen vor

Kämmerzell – von Anne Malin Will – Zukunft der EU, Migrationspolitik und wirtschaftliche Entwicklung: Zum Vortrag und Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Brand und dem Europaabgeordneten Sven Simon hatte der CDU Ortsverband Kämmerzell-Lüdermünd am Donnerstagabend in die Gaststätte „Zum Stiftskämmerer“ eingeladen. Das Thema des Abends lautete: „Deutschland, Europa: alte Mythen, neue Herausforderungen“.

Von links: Heiko Wingenfeld, Sven Simon und Michael Brand. Foto: Anne Malin Will

Das hochkarätige Sprecher-Duo lockte bekannte Gesichter, wie Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld oder den Landesvorsitzenden der Schüler Union, Finn-Luca Möller, in die traditionelle Gaststätte. Die Menschen im Saal hörten interessiert zu, während die beiden Sprecher über aktuelle politische Herausforderungen sprachen.

„Heute brauchen wir die Europäische Union mehr al je zuvor“, appellierte Simon dabei gleich zu Beginn. Anhand des bekannten Beispiels der Gurkenkrümmungsverordnung erklärte der 46-Jährige die allgegenwärtige Bedeutung der EU und nutzte seine Möglichkeit, das diffuse Konzept Europas den Menschen näher zu bringen. Darüber hinaus erinnerte er daran, dass die EU in erste Linie ein Friedensprojekt sei, welches der deutschen Republik den Wohlstand gebracht habe. „Wir müssen achtgeben, dass sich falschen Mythen nicht verfestigen und wir in Brüssel keine Politik machen, die immer weiter weg von den Menschen ist“, warnte Simon. Zudem äußerte er scharfe Kritik an der Regierung der letzten Legislaturperiode und stellte den expliziten Anspruch, dass die EU wieder wettbewerbsfähig sein müsse. Auf dies und die Fragen nach Migration, nach Verteidigung und nach Erhaltung der Demokratie hatte der gebürtige Hesse ein und dieselbe Antwort: Probleme müssten gemeinsam und mit den europäischen Partnern gelöst werden, da die EU die einzige Institution mit der nötigen Macht sei, um überhaupt auf der Weltbühne agieren zu können.

„Manchmal hat man den Eindruck, dass wir als Gesellschaft und auch die Politik dem Mythos verfallen würde, dass alles immer schlechter wird. Deswegen will ich die Gelegenheit nutzen, um mit Mythen aufräumen“, erklärte Brand zum Thema des Abends: „Deutschland, Europa: alte Mythen, neue Herausforderungen“. Er kündigte einen „100-Tage Plan“ an, der genau detaillieren solle, was die CDU in den rund ersten drei Monaten nach der Bundestagwahl gedenkt zu tun. „Nach drei Jahren Ampel-Chaos brauchen wir Politik, die wieder verlässlich ist“, postulierte Brand. Er ging auf die Entwicklung der Deutschen Wirtschaft ein und forderte weniger Bürokratie und dafür mehr Anreize zur Investition für Firmen. Darüber hinaus thematisierte der Bundestagsabgeordnete die Energiepolitik und Vorratsdatenspeicherung. „Es kann so nicht weiter gehen bei dem Thema illegale Migration. Aber wir wollen die Menschen nicht gegeneinander aufhetzen, sondern werteorientiert handeln“, meinte er. Brand warnte davor, dass mit extremen Parteien kein stabiler Staat gebaut werden könne und wiederholte, dass es bei der anstehenden Wahl um die Zukunft unseres Landes gehe.

Daraufhin gab es bei einer offenen Diskussionsrunde die Möglichkeit den beiden Rednern Fragen zu stellen. Hierbei wurden vielfältige und teils kritische Fragen zum Bezug von russischem Öl, der Rolle Ungarns in der EU, der Perspektive einer europäischen Armee, der Erbschaftssteuern und vielem mehr gestellt.

Vortrag und Austausch in Kämmerzell. Fotos: Anne Malin Will