Fußball 17.01.2025

Gruppenliga – Gajic verlängert Vertrag – SGOZ reitet Euphoriewelle

Oberzell (cb) – Die SG Oberzell/Züntersbach sorgte vor der Winterpause der Fußball-Gruppenliga für Überraschungen. Der Verein steht nach 17 Spielen an der Tabellenspitze – eine Situation, die vor der Saison kaum ein Konkurrent erwartet hätte. In den vergangenen Jahren war die Mannschaft um Trainer Rodoljub Gajic mit ganz anderen Sorgen beschäftigt – doch in dieser Saison scheint seine Truppe sogar aufsteigen zu können. Auf einer Schlüsselposition hat die Sinntaler Spielgemeinschaft Planungssicherheit geschaffen. 

Archivfoto: Manfred Völler

Rodoljub Gajic. Archivfoto: Christine Görlich

Eines steht fest: Gajic wird auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie der SG Oberzell/Züntersbach stehen. „Der aktuelle Erfolg unseres Teams ist maßgeblich auf die gute Arbeit von Rodoljub zurückzuführen. Unsere Spieler sind aufgrund des exzellenten Trainings topfit und befinden sich mittlerweile auch taktisch auf einem sehr guten Niveau. Mannschaft und Trainer arbeiten sehr eng und gut zusammen. Der Teamgeist ist hervorragend“, schreibt die SGOZ in einer Pressemitteilung: „Einer läuft für den anderen und auch hinten raus haben wir inzwischen die nötige Luft, um knappe Spiele noch zu gewinnen. Die Zusammenarbeit macht allen Beteiligten großen Spaß, was man am aktuellen Erfolg deutlich sehen kann.“ Lange Gespräche dürfte es nicht gegeben haben: „Wir freuen uns, dass Rodoljub unsere Spieler auch über den Sommer hinaus persönlich und vor allem sportlich weiterentwickeln kann. Die SGOZ mit all ihren Facetten - wie unserem starken Zusammenhalt - ist inzwischen auch für Rodoljub eine Herzensangelegenheit geworden, die es fortzusetzen gilt“, so der Verein.

Der Erfolg ist kein Zufall: Gajic hat ein starkes Team geformt, das sowohl spielerisch als auch mental auf einem höheren Niveau agiert. „Es ist eine überraschende Tabellenführung – aber auf keinen Fall unverdient“, erklärt Gajic selbstbewusst: „Mit zunehmender Saisondauer kam dann auch das entsprechende Vertrauen in uns. Wir befinden uns auf einer Euphoriewelle.“ Die Bilanz der bisherigen Saison spricht für sich. Besonders auffällig ist dabei die variable Offensive. „Die Effektivität ist aktuell unser Trumpf – unser Heil suchen wir eben in der Offensive“, so der Coach: „Dann kommt natürlich hinzu, dass wir endlich wieder komplett waren und sich Leistungsträger kaum verletzten“, freut sich der Trainer. Besonders in engen Spielen zeigt sich die mentale Stärke, die in den vergangenen Jahren oft gefehlt hatte: „Diese Widerstandsfähigkeit ist schon richtig gut. Jeder Mannschaftsteil funktioniert momentan“, lobt der Übungsleiter.

Eine zentrale Rolle spielt das Ankert-Trio um Simon, Valentin und Julian. Alle drei zeichnen sich durch außergewöhnliche Qualitäten aus und sind entscheidend für die Stabilität in der Mannschaft. Umso ärgerlicher, dass die SG Oberzell/Züntersbach vermutlich bis Saisonende auf Valentin Ankert verzichten muss: Er hat sich Mitte Oktober eine harte Bänderverletzung zugezogen. „Er ist auf dem Weg der Genesung, aber sein Ausfall tut logischerweise weh“, erklärt Gajic.

Trotz der guten Ausgangslage bleibt die zweite Saisonhälfte eine Herausforderung. Der Druck, den ersten Platz zu verteidigen, wird zunehmen, und die Verfolger sind dicht auf den Fersen. Gajic sieht den Winter daher als wichtige Zeit, um die Basis für die Restrunde zu legen. „Von mir hat das Team aber nichts mitbekommen“ erklärt er. Die Mannschaft hatte sich eine Auszeit verdient, bevor es mit vollem Fokus in die Vorbereitung auf die Rückrunde geht. Die SG Oberzell/Züntersbach hat sich in dieser Saison als ernsthafter Aufstiegskandidat etabliert. „Die Jungs sind aber geerdet – und das ist wichtig: Bei uns ist keiner abgehoben. Jeder weiß genau, wo wir herkommen“, schildert Gajic: „Es bleibt hier erstmal alles so, wie es ist.“

Wo der TSV Oberzell im Gründungsjahr vor genau 70 Jahren stand, zeigte sich eindrucksvoll bei der großen Jubiläumsfeier im Dorfgemeinschaftshaus. „Da gab es wirklich einige Gänsehautmomente“, erinnert sich Gajic an die Veranstaltung Anfang Dezember: „Sogar ein Gründungsmitglied war da.“ Dieses schilderte von den Anfängen des Vereinssports und hatte einige Anekdoten im Gepäck: „Er hat uns dann erzählt, dass damals noch mit Lederstollen und selbst genähten Lederbällen gespielt worden ist“, schmunzelte Gajic. Auch ihn möchte die Mannschaft stolz machen und mit einem Aufstieg beschenken. Am 27. Dezember gab es dann noch die traditionelle Winterwanderung von Oberzell nach Züntersbach. Einige Tage fußballfrei haben die Spieler noch, ehe dann am 24. Januar der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen wird.