Lokales FD 23.01.2025

Fachkräfte anwerben und halten: MIT-Mitglieder diskutieren in Hünfeld

Hünfeld (fp) – Zahlreiche Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU besuchten am Mittwochabend eine Plenumsdiskussion zum Thema „Steigende Arbeitslosenzahlen – Wie gelingt die Arbeitsmarktintegration in der Region“ im Kolpinghaus in Hünfeld. Bundestagsabgeordneter Michael Brand, Landtagsabgeordnete Stefanie Klee und MIT-Mitglied Leon Herrmann diskutierten über mögliche Lösungen zum Fachkräftemangel.

Von links: Lara Lotz, MIT-Vorstandsbeisitzerin, CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand, MIT-Mitglied Leon Hermann, CDU-Landtagsabgeordnete Stefanie Klee und MIT-Vorstandsbeisitzer Johannes Vogt diskutierten über mögliche Lösungen. Foto: Felix Pillat

Zentrale Themen der Diskussion waren die aktuelle Situation des Fachkräftemangels, die Personalakquise aber auch die Personalbindung im Unternehmen, durch die die beiden Moderatoren Lara Lotz und Johannes Vogt, beide von der MIT, führten.

Bevor es mit der Diskussion losgehen konnte, wandte sich Brand an das Publikum. Er sprach über die schlechte Wirtschaftslage und benannte die Wirtschaftspolitik als zentralen Punkt in den kommenden Jahren: „Wir müssen das Label ‚Made in Germany‘ wieder zu einer starken Marke machen“, fügte er an. In der anschließenden Diskussion ging er darauf noch weiter ein: „Wir müssen auch die Erfolgsgeschichte wieder so schreiben, dass wir sagen ‚Leistung lohnt sich‘.“ Um dies zu erreichen, setze er sich als Politiker beispielsweise dafür ein, Mehrarbeit zu belohnen und auch noch arbeitende Rentner steuerlich zu entlasten.

Die Landtagsabgeordnete Klee stimmte dem voll zu. Sie sieht den richtigen Ansatz in einer höheren Attraktivität der Arbeitsplätze: „Wir als Unternehmen müssen auch mehr vermitteln:  Arbeit macht Spaß.“ Weiter sprach sie sich für mehr Praktikums- und Ersterfahrungsangebote in Schulen aus. „Ich bin eine große Befürworterin eines verpflichtenden, gesellschaftlichen Jahres“, erklärte sie und ergänzte: „Viele junge Menschen flüchten von der Schule in ein Studium, weil sie gar nicht wissen was sie wollen.“

Leon Herrmann, stellvertretender Produktionsleiter der Firma Herrmann Massivholz aus Geisa, sprach davon, dass sich Unternehmer auch darauf einstellen müssten, mehr auf ihre künftigen Mitarbeiter einzugehen. Er betonte, dass sie sich auch an den gesellschaftlichen Wandel anpassen müssten, um Fachkräfte erlangen zu können. „Da werden wir nicht mehr drum herum kommen“, führte er an. Weiter riet er dazu, sich nicht nur auf Fachkräfte zu konzentrieren, sondern auch ungelernte Kräfte einzulernen.

Die Resonanz aus dem Publikum schwappte eher in eine andere Richtung. Die Unternehmer nahmen vor allem die Bildungspolitik in den vergangenen Jahrzehnten in die Schuld. Diese habe sich viel zu sehr darauf konzentriert, jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen und attraktiv zu machen, als handwerkliche Berufe zu erlernen. Außerdem suchten die Anwesenden die Schuld bei der Generation Z. Diese sei arbeitsfaul und wolle lediglich eine „4-Tage-Woche haben“. „Die Leute müssen auch einfach wieder arbeiten“, hieß es da aus dem Publikum.

Im Anschluss an die Diskussion konnten die Anwesenden bei einem gemeinsamen Abendessen in der Gastronomie Olympia im Kolpinghaus den Abend ausklingen lassen.

Plenumsdiskussion der MIT im Kolpinghaus in Hünfeld. Fotos: Felix Pillat