Lokales FD 28.01.2025

Erinnerung an Holocaust-Opfer – Revue gegen das Grauen – Fotos

Fulda (as) – „Dein ist mein ganzes Herz“: Zum Holocaust-Gedenktag erlebte das Publikum im Bonifatiushaus am Montag einen emotionalen Abend. In Erinnerung an den jüdischen Schlagertexter Fritz Löhner-Beda wurde ein Kabarett mit Liedern, Briefen und Anekdoten aus dem Leben des Künstlers präsentiert. Dabei wechselte sich Betroffenheit mit Humor im Programm ab. Mit großem Interesse verfolgte das Publikum im vollbesetzten Saal die Veranstaltung.

Die Künstler Bernd Düring (zweiter von links) und Eckhard Radau (dritter von links) zusammen mit Gunter Geiger (rechts) und Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Fulda. Foto: Andreas Schellenberg

Eingeladen hatte die katholische Akademie Fulda in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Fulda. Gunter Geiger, Direktor der Katholischen Akademie des Bistums Fulda, begrüßte die Gäste im Saal. Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz werde am Montag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht: „Ein Tag, der mahnt, Verantwortung zu übernehmen.“ Geiger berichtete, dass laut einer Umfrage der Jewish Claims Conference rund 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland nicht wissen würden, dass etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Diese Ignoranz sei unglaublich, stellte der Direktor fest. Angesichts des wachsenden Antisemitismus in Deutschland müssten die demokratischen Parteien und Personen im Land sich stärker dagegen einmischen: „Und zeigen, dass wir mehr sind.“

Marliese Heiligenthal vom Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Fulda merkte an, dass die Zahl der sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden heute noch unvorstellbar sei. Mit der Veranstaltung solle beispielhaft an einen Menschen erinnert werden. Sie ging kurz auf die Biographie von Löhner-Beda ein, welcher vor allem durch seine musikalische Arbeit bekannt geworden sei. Sie erzählte ebenso von seinem Tod, als er am 4. Dezember 1942 nach einer Visite im IG Farben Werk bei Auschwitz so geschlagen wurde, dass er seinen Verletzungen erlag. Das Publikum erlebte im Anschluss ein „Revue gegen das Grauen“.

Eckhard Radau und Bernd Düring schilderten am Abend die Geschichte von Fritz Löhner-Beda und seinen Werken. Mit Liedern wie „Oh, Donna Clara“ oder „Ausgerechnet Bananen“ erreichte der Schlagertexter einige Erfolge in der Weimarer Republik. Dies änderte sich mit dem Anschluss Österreichs durch die Nationalsozialisten, die ihn 1938 in Buchenwald inhaftierten. Mit mal witzigen und mal ernsten Tönen stellten die Musiker mit Gesang und Klavier vor, was den jüdischen Künstler in seinem Leben bewegt habe.

Revue gegen das Grauen. Fotos: Andreas Schellenberg