„Die Ausstellung gibt einen beeindruckenden Einblick in die die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten“, sagte Gunter Geiger, Direktor der Katholischen Akademie des Bistums Fulda, in seiner Begrüßung. Die Fotos gäben einen authentischen Blick auf die schreckliche Realität des Krieges. Ein bewachter großer Haufen von Überresten russischer Raketen in Charkiw, der Krater im Fußballfeld und die zerstörte Tribüne des Stadions in Tschernihiw, ein ausgebrannte TV-Fahrzeug in Saporischschja oder der Blick in ein Zimmer in Dnipro, dessen Außenwand einfach weggerissen wurde – aus ganz unterschiedlichen Perspektiven haben die Fotografen die Zerstörung, die der Krieg in der Ukraine anrichtet, eingefangen. Bilder von mit Helm und schusssicheren Westen, auf denen in großen Buchstaben „Press“ steht, ausgestatteten Berichterstattern oder einem Sicherheitstraining zeigen, welchen Gefahren die dort arbeitenden Journalistinnen und Journalisten ausgesetzt sind. Es ist aber auch das Schöne zu sehen, dass es trotz allem gibt, so zum Beispiel die Freude der Bewohner von Orichiw, als sie über einem Jahr nach Kriegsbeginn zum ersten Mal wieder die lokale Zeitung in Empfang nehmen konnten.
„Zwei Sachen hätte ich mir nie vorstellen können: Das erste ist ein sehr schönes Ereignis, die Wiedervereinigung Deutschlands, das zweite ist Krieg in Europa“, sagte Knud Zilian, Geschäftsführender Landesvorsitzender des Deutschen Journalistenverbands (DJV) Hessen. Für ihn sei sofort klar gewesen, dass er die Ausstellung in Hessen zeigen wolle, als er davon gehört habe, dass es sie gibt. Journalisten hätten einen schweren Job, aber was sie im Kriegsgebiet leisten müssten, sei unglaublich: „Sie müssen einen sehr guten Job machen und dabei überleben.“ Michael Schwab, Vorsitzender des Fachausschusses Europa des DJV Hessen und Sektionsleiter Fulda der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), erinnerte daran, dass seit Kriegsbeginn 103 Journalistinnen und Journalisten in der Ukraine gestorben seien, 18 von ihnen im Dienst. „Jeden Tag riskieren Journalistinnen und Journalisten in der Ukraine ihr Leben, um die Wahrheit über diesen Krieg zu erzählen“, zitierte Schwab aus einem Grußwort des Vorsitzenden der ukrainischen Journalistenunion, Sergiy Tomilenko. Schwab zeigte auch auf, welche wichtige Rolle die teils hunderte Kilometer entfernt gedruckten Lokalzeitungen für die Menschen an der Front gewonnen haben, wenn Strom und Internet oft nicht verfügbar seien.
Aus Berlin für die Ausstellungseröffnung nach Fulda gereist war Oksana Meleshchyenko. Die ukrainische Journalistin war etwa einen Monat nach Kriegsbeginn mit ihrer Tochter aus Cherson nach Deutschland geflohen. Sie berichtete, dass in ihrer Heimatstadt jeden Tag russische Drohnen kämen. „Die Ukrainer warten auf den Frieden“, sagte Meleshchyenko, aber sei nicht einfach und viele sähen keine Zukunft. Sie dankte den Menschen, die den Krieg nicht vergessen, und wünschte allen, nicht selbst erfahren zu müssen, was Krieg ist.
Die von Tomilenko kuratierte Ausstellung, die Fotos renommierter Fotografen zeigt, wird von der Katholischen Akademie in Kooperation mit dem Landesverband Hessen des DJV und der GSP-Sektion Fulda gezeigt. Sie kann bis zum 28. Februar werktags von 9 bis 17 Uhr im Bonifatiushaus Fulda, Neuenberger Straße 3-5, besichtigt werden.
