Campus 23.01.2025

Digitale Bibliothek in Fulda – Sicher aufgestellt für die Zukunft

Fulda (as) – Literatur sammeln, erhalten und zugänglich machen, diese Aufgaben erfüllt die Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek (HLSB) in Fulda. Die zwei Standorte am Campus und Heinrich-von-Bibra-Platz seien aber weit mehr als Aufbewahrungsorte für Bücher, weiß Frederik Stey, Leiter der Digitalen Dienste. Neben modernen Arbeitsräumen und Workshops für biete die HLSB eine Reihe an weiteren Angeboten und entwickele sich stetig weiter, etwa im digitalen Bereich.

Frederik Stey in der Bibliothek am Campus. Fotos: Andreas Schellenberg

In den vergangenen Jahren sei der Fokus für die HLSB kontinuierlich von den klassischen Bücherregalen hin zu den elektronischen Medien verschoben worden, berichtet der Digital-Leiter. Rund 770.000 physische Werke seien in 2023 in der Datenbank verzeichnet gewesen. Hinzu kämen über drei Millionen digitale Texte: „Da geht die Forschung hin.“ Der große Vorteil bestehe in der parallelen Nutzung durch mehrere Personen gleichzeitig. Die HLSB erfülle in ihrer Funktion zahlreiche Aufgaben für eine Reihe an unterschiedlichen Zielgruppen, teilt Stey mit. Eine Landesbibliothek beispielsweise müsse Texterzeugnisse verwahren und für die „Ewigkeit“ erhalten. Über die Verbindung zur Hochschule gehöre „Wissensvermittlung“ zu einer weiteren Kernaufgabe. Ebenso engagiere sich das Team für die Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen, als „Vermittler von Kompetenzen“. Servicekräfte seien tagtäglich damit betraut, die Ausleihe zu regeln, bei Recherchen zu helfen und die „Nachvollziehbarkeit“ im Bibliothek-System zu erhalten. Das Angebot sei generell für jeden zugänglich, hebt Stey hervor.

Die Bibliothek ist für viele Studierende vor allem ein Ort zum Lernen. 317 Arbeitsplätze gebe es im Gebäude am Campus. Hinzu kämen modern gestaltete Gruppen- und Einzelarbeitsräume, teilt Stey mit. Diese könnten im Vorfeld gebucht werden. Ein besonderes Angebot seien sogenannte „Meeting-Pods“, kleine schallisolierte Räume, in denen Personen sich unter anderem online zu Sitzungen dazuschalten können. In Schulungsräumen hingegen könnten Workshops durchgeführt werden, etwa wie eine gute Literatur-Recherche funktioniere. Den Menschen ständen zudem mehrere Scanner und Kopierer zur Verfügung. Für die Nutzerinnen und Nutzer gebe in der HLSB darüber hinaus eine Reihe an modernen Angeboten, erläutert Stey. Dazu gehöre am Campus beispielsweise die Möglichkeit der automatischen Rückgabe von geliehener Literatur. Die Verfügbarkeit aller Werke könne über die Internetseite der Bibliothek jederzeit eingesehen werden. Es sei zudem möglich, Bücher vom Standort in der Stadt zu ordern und an den Campus liefern zu lassen.

„Wir bieten auch Hardware an“, erzählt der Digital-Leiter. Studierende könnten etwa Notebooks und VR-Brillen ausleihen. Am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz gebe es Roboter, mit denen Kinder an das Thema Programmierung herangeführt werden könnten. Daneben ständen den Menschen auch verschiedene Alltagsgegenstände wie Tablets, eine Spielekonsole oder Werkzeug in der „Bibliothek der Dinge“ zur Verfügung. „Wir wollen den aktuellen Stand der Technik abbilden“, führt Stey dazu aus.

Trotz der fortschreitenden Digitalisierung in vielen Bereichen ist Stey sich sicher, dass es in der HLSB auch in Zukunft noch Bücher zur Ausleihe geben werde. Die Druckwerke würden zum Wohlgefühl und dem „Lernraum“ dazugehören: „Es hätte nicht den gleichen Charme.“ Möglich sei jedoch, dass die Flächen verkleinert würden, um mehr Raum für den Austausch zu schaffen. „Bücher sind nicht nur Kulisse“, merkt der Digital-Leiter an. In ihnen sei Wissen enthalten, welches für die Menschen direkt zugänglich gemacht werde. Bibliotheken seien wie ein Marktplatz Orte, an denen ein Austausch stattfinde, ob nun physisch durch Bücher oder virtuell: „Es entwickelt sich stetig weiter anhand der Nutzer.“

Digitale Bibliothek in Fulda. Fotos: Andreas Schellenberg