Nach den gravierenden Vorfällen in der Silvesternacht in Berlin, bei denen es neben zahlreichen Schwerverletzten auch zu fünf Toten kam, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Petition für ein sofortiges bundesweites Böllerverbot mit 1,5 Millionen Unterschriften beim Innenministerium eingereicht. In der Hauptstadt war es auch zu Angriffen auf Polizeibeamte mit Böllern gekommen, was GdP-Landeschef Stephen Weh scharf verurteilte. Die Bundesregierung lehnte ein generelles Böllerverbot ab, Innenministerin Nancy Feser sprach sich aber dafür aus, den Kommunen dahingehend mehr Spielräume zu geben.
Auf kommunaler Ebene mehr Restriktionen einzuführen, hält Karsten Bech, stellvertretender Landesvorsitzender der GdP, für sinnvoll, auch wenn der Osthesse konkrete Probleme in der tatsächlichen Umsetzung derartiger Maßnahmen sieht. „Es muss erstmal mit Sinn und Verstand kommunal geprüft werden, wo es überhaupt personell machbar ist“, erklärt der Polizeibeamte. Auch die Frage der Zuständigkeit sei in solchen Fällen erstmal zu klären, führt er aus. „Das muss mit den örtlichen Behörden abgewogen werden.“ Grundlegend spricht er sich aber für die Einführung weiterer Böllerverbotszonen wie am Fuldaer Dom sowie verstärkte Kontrollen aus, solange diese umsetzbar seien.
Besonders belastet zum Jahreswechsel ist auch der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, auch wenn in Fulda dieses Jahr wenige Einsätze und keine Schwerverletzten verzeichnet wurden, wie Heinz-Peter Salentin, Leiter des Rettungsdienstes des DRK in Fulda, berichtet: „Es war insgesamt sehr ruhig.“ Dennoch sieht er eine Regulierung des Böllerns als sinnvoll an: „Aus Sicht des Rettungsdienstes wäre es natürlich zu begrüßen, wenn zentral geböllert würde.“ Ob dies tatsächlich zu weniger Verletzten führen würde, sei zwar unklar, er betont aber: „Jede sinnvolle Reglementierung kann zu einer Reduzierung der Einsatzlast beim Rettungsdienst führen.“ Die beste Lösung sieht der Rettungsdienstleiter in einer Professionalisierung des Feuerwerks. Dies würde die Zahl der Verletzten minimieren, so Salentin. Den Vorschlag der Innenministerin Faeser sieht er ebenfalls als sinnvoll an. „Oft hängen die Trauben schon hoch für den Verwaltungsspielraum bei Böllerverbotszonen“, gibt er an. Weniger Hürden könnten Kommunen und damit auch den Rettungsdienst entlasten.
