2024 – ein besonderes Jahr: Wie bewerten Sie das Jahr für sich persönlich und gesellschaftlich?
„Für mich persönlich war es schon allein deshalb ein besonderes Jahr, weil ich im Sommer mein Amt als Landrat des Vogelsbergkreises angetreten und viele neue Aufgaben übernommen habe. Obwohl ich bereits acht Jahre lang als Erster Kreisbeigeordneter hier im Kreis gearbeitet habe und mich innerhalb der Verwaltung bereits sehr gut auskannte, war es dann doch eine große Veränderung, die mir allerdings jeden Tag auf’s Neue Freude bereitet.
Gesellschaftlich gesehen war das auch dieses Jahr von Herausforderungen geprägt, die durch unterschiedliche Themen wie geopolitische Spannungen, den Ukrainekrieg und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Deutschland den Zusammenhalt mehr und mehr in Frage stellen. Diese Herausforderungen erfordern von uns allen, dass wir im Dialog bleiben und Lösungen finden, die für alle tragbar sind.
Es liegt an uns, positive Entwicklungen weiterzuführen und Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Vogelsbergkreis auch in Zukunft zusammenarbeiten werden, um unsere Gemeinschaft weiter zu stärken.“
Was waren für Sie die gravierendsten Ereignisse in diesem Jahr?
„Besonders erschütternd war zuletzt der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg, der nicht nur viele Menschenleben forderte und etliche Verletzte nach sich zog, sondern auch das Sicherheitsgefühl in unserer Gesellschaft erschütterte. Solche Vorfälle erinnern uns daran, wie wichtig es ist, zusammenzustehen und unsere Werte zu verteidigen.
Darüber hinaus haben die Unruhen in Europa, die durch verschiedene politische und soziale Spannungen ausgelöst wurden, auch uns im Vogelsbergkreis betroffen. Diese Entwicklungen haben uns dazu gezwungen, uns intensiver mit Themen wie Energiekrise, zivile Verteidigung oder auch dem Operationsplan Deutschland der Bundeswehr auseinanderzusetzen. Es ist eine Herausforderung, die uns zeigt, wie wichtig es ist, auf Krisensituationen vorbereitet zu sein und die Resilienz unserer Gemeinschaft zu stärken. Besonders erfreulich waren die Finanzierungszusagen des Landes Hessen für das Kreiskrankenhaus in Alsfeld.
In diesen schwierigen Zeiten ist es entscheidend, dass wir als Gesellschaft zusammenarbeiten, um Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam die Herausforderungen meistern können, die vor uns liegen.“
Was wünschen Sie sich für das Jahr 2025?
„Rein materiell wünsche ich mir, dass wir es in Deutschland schaffen, wirtschaftlich wieder stärker zu werden, weil unser Wohlstand im Wesentlichen davon abhängt, dass Unternehmen investieren und Menschen durch ihrer Hände Arbeit zum Wachstum beitragen.
Im Übrigen braucht es ein Verständnis eines neuen Miteinanders. Auch nach den Bundestagswahlen müssen die politischen Kräfte dieses Landes zusammenkommen und schwierige Entscheidungen treffen. Dazu gehört die Bereitschaft zu erkennen und zuzugestehen, dass auch das Gegenüber einmal Recht haben könnte, mit dem was es sagt.“
