2024 – ein besonderes Jahr: Wie bewerten Sie das Jahr für sich persönlich und gesellschaftlich?
Persönlich bin ich erschrocken, wie schnell sich die Welt verändert und wie schnell Dinge von heute auf morgen anders sind und wie schnell man sich daran anpassen muss. Dies erleben wir auf allen Ebenen unseres Lebens. Die Polarisierung in unserem sozialen Umfeld aber auch in der Politik hat Höchstwerte erreicht. Besonders herausfordernd finde ich, wie schnell heute „Meinungen“ als Fakten interpretiert werden und mit welch enormen Aufwand man immer wieder auf die wirklichen Fakten in der Informationsflut und Desinformationsflut hinweisen muss.
Gesellschaftlich war 2024 ein Jahr des Wandels und der Herausforderungen. Die Auswirkungen von Krieg, Klimawandel, Digitalisierung und gesellschaftlichen Umbrüchen machen sich überall bemerkbar. Insbesondere die gesellschaftlichen Umbrüche benötigen mehr Engagement von uns als Bürger, um ein gutes Gegengewicht zu den vielen negativen Einflüssen zu bilden.
Erschreckend finde ich die Versuche der Einflussnahme durch Diktaturen wie Russland oder durch Personen wie z.B. Elon Musk auf die deutsche Politik. Wir müssen auf der Hut sein und unsere Gesellschaft vor durch Geld beeinflusste Meinungsmache von außen sensibilisieren.
Kommunalpolitisch war das Thema Ärzteversorgung, der Schwarzbau, SmartCity sowie die Begleitung der vielen Investitionen eine Daueraufgabe. Viele Investitionen sind gut und es ist wichtig dabei den Überblick und die Effizienz zu behalten. Die Gemeindevertretung hat in 2024 an vielen Stellen steuernd eingegriffen und damit aktiv ihre Rolle als Kontrollorgan wahrgenommen.
Was wünschen Sie sich für das Jahr 2025?
Das Ende von Konflikten und mehr Ehrlichkeit. Die vielen internationalen Konflikte und die Bestrebungen Einzelner, Deutschland und Europa durch Unwahrheiten zu destabilisieren, braucht eine Gegenbewegung. Wir dürfen die Meinungsbildung nicht einzelnen Wenigen überlassen und damit unsere Zukunft und die nächsten Generationen riskieren. Das gilt für alle Ebenen der Meinungsbildung. Ich wünsche mir insbesondere mehr Engagement der Jugend und wieder mehr Engagement für ein gemeinsames, lebenswertes und entbürokratisiertes Europa.
Besonders wichtig ist mir mehr Ehrlichkeit auf allen Ebenen der Gesellschaft. Das gilt für die Politik auf Bundesebene aber insbesondere auch auf Ebene der Kommunalpolitik und in der Gesellschaft.
Eichenzell steht im Verhältnis zu vielen anderen Gemeinden gut da. Ich wünsche mir, dass wir das Geld sinnvoller ausgeben und mehr an die Zukunft denken. Hier gibt es Steigerungspotential, insbesondere was die großen Projekte angeht.
Mich würde es freuen, wenn wir mehr Energie für die Diskussion in Sache aufwenden, um Dinge positiv voranzubringen als die Energie aufzuwenden, um falsche Behauptungen klarzustellen zu müssen. Wir brauchen weniger Parteipolitik und mehr gemeinsame Visionen und gemeinsames Handeln.
