2024 – ein besonderes Jahr: Wie bewerten Sie das Jahr für sich persönlich und gesellschaftlich?
„Das Jahr 2024 war für viele von uns und auch für die gesamte Gesellschaft sehr herausfordernd. Immer wieder prallten die unterschiedlichen Meinungen, Wünsche und Vorstellungen aufeinander. Wenn dann die Bereitschaft zum Kompromiss fehlt, wird es oft unübersichtlich und schwierig.
Das ganze vergangene Jahr über hat die Caritas mit ihrer Kampagne 2024 ‚Frieden beginnt bei mir‘ zahlreiche Impulse gesetzt, politisch und auch gesellschaftlich, für ein friedvolles Miteinander und eine solidarische Gesellschaft. Auch die zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen in Fulda und deutschlandweit zu Beginn des Jahres haben Hoffnung gegeben: Viele Menschen sind damals für mehr Vielfalt und Toleranz auf die Straßen gegangen. Ein starkes Zeichen und der Beweis, dass diese Werte für viele in unserer Gesellschaft noch immer von großer Bedeutung sind.“
Was waren für Sie die gravierendsten Ereignisse in diesem Jahr?
„Weltweit waren es nicht zuletzt die leider zahlreichen Kriegsereignisse, die die Welt nicht zur Ruhe kommen lassen. Dies ist natürlich in erster Linie für die dort lebenden Menschen bedrohlich und gleichzeitig eben auch eine Verunsicherung aller. Es entstehen Sorgen und Ängste, und wir wissen nicht, ob oder wann zum Beispiel in der Ukraine endlich Frieden einkehren wird. Durch unsere Partnerschaft mit der Caritas in Iwano-Frankiwsk sind wir hier immer gut im Bilde über die dortige Lage. Andererseits gibt es auch positive Ereignissen: So lässt uns die unerwartete Entwicklung in Syrien doch hoffen, dass friedliche Wendungen zum Wohle der Menschen doch überall möglich sind. Was Deutschland betrifft, so haben natürlich die innenpolitischen Verwerfungen teils auch Auswirkungen auf die Sozialpolitik, die für die Caritas-Arbeit mitbestimmend ist. Da wünschen wir uns natürlich auch wieder mehr Kontinuität und Verlässlichkeit in der Zukunft.“
Was wünschen Sie sich für das Jahr 2025?
„Nun, zunächst wäre die beste und wichtigste Entwicklung, dass in den Kriegsgebieten in der Ukraine, in Nahost, und überall sonst endlich Frieden einziehen würde und sich Lösungen für diese Konflikte finden. Das würde einen starken Beitrag zu einer insgesamt wieder stabileren Weltlage leisten, von der alle Menschen profitieren können. In Deutschland hoffen wir auf eine demokratische, stabile Regierung der er gelingt, die gesellschaftlichen Wogen zu glätten und unser soziales Miteinander wieder mehr in den Fokus zu stellen. Ganz im Sinne der ethischen Werte wie Gerechtigkeit, Menschenwürde und Menschlichkeit hoffe ich sehr auf positive Entwicklungen für uns alle.“
