Lokales FD 10.01.2025

Anja Listmann für Engagement geehrt - Obermayer-Awards 2025

Berlin/Fulda (pm/as) – Auszeichnung für Anja Listmann: Die Obermayer Awards würdigen bereits seit 25 Jahren Einzelpersonen und Organisationen in Deutschland, die entweder die jüdische Geschichte und Kultur in ihren Gemeinden bewahren, sich gegen die Verbreitung von Hass, Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus engagieren oder sich für die Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen einsetzen. In diesem Jahr wurde Listmann für ihr Engagement geehrt.

Anja Listmann. Foto: Christine Görlich

Anja Listmann arbeitete bis 2017 als Lehrerin in Fulda und ist seit Juni 2021 „Beauftragte für jüdisches Leben“ in Fulda. Sie initiierte Programme für Schülerinnen und Schüler, in denen die Geschichte des jüdischen Lebens in ihrer Stadt und der einzelnen Menschen erforscht wird, organisierte aber beispielsweise auch einen Schüleraustausch mit Petach-Tikvah in Israel. Seit 2012 organisiert Listmann Gedenkveranstaltungen anlässlich der Deportationen aus Fulda und der Reichspogromnacht. Parallel dazu hat sie 2017 die Website juden-in-fulda.org ins Leben gerufen. Sie setzt sich seit vielen Jahren für die Restaurierung jüdischer Stätten in Fulda ein und veröffentlicht Broschüren über diese Orte. 2018 und 2023 organisierte sie internationale Treffen ehemaliger jüdischer Einwohner*innen und deren Nachkommen in Fulda.

Die Obermayer Awards 2025 werden von der Obermayer Stiftung gemeinsam mit dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Regierenden Bürgermeisters von Berlin am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar 2025, im Roten Rathaus von Berlin verliehen. Die Preisverleihung wird auch in einem Livestream auf der Website von Widen the Circle übertragen.

„In diesem Jahr feiern die Obermayer Awards bereits ihr 25. Jubiläum. Wir freuen uns sehr, dass inzwischen mehr als 150 Personen mit diesem Preis gewürdigt wurden, darunter Charlotte Knobloch, Margot Friedländer, Hilde Schramm und Gunter Demnig, aber auch sehr viele Menschen, die vielleicht weniger bekannt sind, jedoch Großes auf lokaler Ebene bewegen“, so Joel Obermayer, Geschäftsführer der Organisation Widen the Circle, die die Obermayer Awards vergibt. Er fügt an: „Die Obermayer Awards sind beispiellos und das einzige US-amerikanische Projekt, das sich in dieser Weise engagiert. Die Awards haben als Familienprojekt begonnen und aus dieser Initiative ist inzwischen auch ein weites Netzwerk zwischen den USA und Deutschland sowie ein Fellowship Programm hervorgegangen.“

Widen the Circle arbeitet mit Menschen, die zur Aufklärung der Geschichte von Unterdrückung und Diskriminierung beitragen und sich ausgehend von den Lehren aus dieser Geschichte für die Bekämpfung von Intoleranz und Vorurteilen in der heutigen Zeit einsetzen.

Neben den Obermayer Awards ist die Organisation in zwei weiteren Bereichen tätig: Das Widen-the-Circle-Netzwerk bietet eine Plattform für die Preisträger*innen der Obermayer Awards und in der Gedenkarbeit engagierte Menschen, um den Austausch über Ideen, Kompetenzen und neue Handlungsansätze zu unterstützen. Das Widen-the-Circle-Programm International Bridge Building (Internationaler Brückenschlag) bringt Menschen aus der praktischen Erinnerungsarbeit in den USA und Deutschland zusammen, um Ideen auszutauschen, Beziehungen aufzubauen und die weitere Arbeit zu stärken.