Lokales FD 16.01.2025

Amalgamfüllungs-Verbot: Zahnarzt warnt vor Mehrkosten

Fulda (fp) – In der Zahnmedizin wird Amalgam seit Jahrzehnten als Material für Zahnfüllungen eingesetzt. Aufgrund einer neu eingeführten EU-Richtlinie ist dies seit Anfang 2025 nun nicht mehr zugelassen. Zwar sei das Verbot aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll, könne aber zu Mehrkosten bei Patienten führen, warnt Dr. Michael Knapp, osthessischer Kreisstellenvorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung Hessen.

Symbolfoto: pixabay

„Amalgam ist ein Wertstoff, der aus Quecksilber und anderen Schwermetallen, wie Kupfer, Silber oder Zinn, besteht“, berichtet Knapp, der auch Zahnarzt in Fulda ist. Zwar sei das Material extrem langlebig und dazu noch sehr günstig, habe aber in der Vergangenheit nicht selten zu gesundheitlichen Schäden bei den Patienten geführt, berichtet Knapp. So bestünden die Gefahren beispielweise beim unsachgemäßen Einsetzen oder Herausnehmen der Füllungen, die giftigen Inhaltsstoffe freizusetzen. Es könne aber auch beim täglichen Kauen zu Abrieb kommen, welcher schädlich für die Patienten wäre, beschreibt der Zahnarzt: „Dass das Verbot aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll ist, ist unbestreitbar. Anders sieht es aber beim wirtschaftlichen Aspekt aus.“

Denn als alternative Materialien für Füllungen werden nur Keramik, Kunststoff oder Edelmetalle wie Gold verwendet, die alle aber nicht die gleiche Qualität oder die Preiswertigkeit des bisher verwendeten Amalgams hätten, so Knapp. So halte beispielsweise eine Kunststoff-Füllung oft nur ein paar Jahre und sei teurer im Einkauf, führt der Zahnarzt aus. Außerdem übernähmen die Krankenkassen die Kosten dafür nicht. „Die Kassen machen es sich dabei sehr leicht. Sie schieben den Schwarzen Peter einfach den Patienten oder den Zahnärzten zu“, schimpft er. Denn wer nicht eine Kassenfüllung in schlechter Qualität und mit niedrigerer Langlebigkeit wähle, müsse ordentlich drauf zahlen, so Knapp: „Je nach Größe, Qualität und Ausfüllung können die Patienten mit einer Zuzahlung zwischen 60 Euro und 140 Euro rechnen.“ Bei noch hochwertigeren Materialien wie Keramik wäre der Zuschlag sogar noch höher. Dort werden Preise im dreistelligen Bereich veranschlagt, führt der Zahnarzt an, fügt aber hinzu, dass eine ordentliche Füllung durchaus vernünftig sei: „Ich rate zu hochwertigem Kunststoff oder Keramik mit Inlay. Das lohnt sich eher und hält auch zwischen fünf und 20 Jahren.“ Bei Patienten mit empfindlichen Zähnen oder häufigen Leiden lohne sich auch eine entsprechende Zusatzversicherung, hebt er weiter hervor und fügt abschließend hinzu: „Bei jungen Menschen, wo alles noch gut ist, rate ich aber davon ab.“