Eva Lehmann wurde im Februar 1929 geboren, erklärte Anja Listmann, Beauftragte für jüdisches Leben in Fulda. Beim Stadtrundgang starteten die Schülerinnen und Schüler zunächst an der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek und bewegten sich zu Evas Geburtshaus, in dem sich heute das Café Kunterbunt befindet. Weiter ging es zur ehemaligen Synagoge, der jüdischen Schule (heute Jüdische Gemeinde) und schließlich zum Bahnhof Fulda gehe. Ziel der Aktion sei es, eine persönliche Verbindung zum Schicksal von Eva aufzubauen, so Listmann. Bei dem Rundgang könnten die Jugendlichen „Input sammeln“, erläuterte Schamss Nematpur, Koordinator des Projekts an der HLSB. Als Begleitung war zudem Elke Renate Steiner dabei, welche den späteren Comic-Workshop anleiten wird.
Workshop und Stadtrundgang „Wo ist Eva?“
Im Rahmen des 80. Todesjahres von Anne Frank hat die Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda den ersten Schritt gemacht und die Beauftragte für jüdisches Leben der Stadt Fulda, Anja Listmann, kontaktiert, um mögliche Projekte und Kooperationsideen zu besprechen. Sehr früh kam die Idee auf, einen Workshop zum Thema Comiczeichnen anzubieten, der einen Teil jüdischer Lebensgeschichte in Zeiten des Nationalsozialismus auf künstlerische und regional verortbare Art und Weise reflektiert und diese sprichwörtlich mit möglichst vielen engagierten Beteiligten nachzeichnet. Inspiration bot hierbei das Tagebuch der Anne Frank, das als Graphic Diary in der Umsetzung von Ari Folman und David Polonsky einen kunstvollen und zugleich kraftvollen Eindruck eines Schicksals erlebbar macht, das kaum in Worte zu fassen ist.
Die Vorsitzende der Freunde und Förderer der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda e.V. und Lehrerin an der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda, Constanze Schneider, welche ebenfalls als Ideengeberin im Projekt mitwirkte, stellte alsbald den Kontakt zu Ihren beiden Kolleg*innen, Andrea Trapp und Ulrich Hraský, her, um deren Schüler:innen zweier Kunst-Grundkurse an dem geplanten Workshop und zwei vorab stattfindenden Stadtrundgängen zu beteiligen und so gemeinsam auf Fuldaer Spurensuche zu gehen. Der Kontaktaufbau und die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Elke Renate Steiner aus Berlin war dann für den Organisator und Koordinator seitens der HLSB, Schamss Nematpur, naheliegend, da Frau Steiner als professionelle Comiczeichnerin und Kunstvermittlerin einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die kritische Aufarbeitung jüdischer Geschichte legt.
Elke Renate Steiner ist Comic- und Eventzeichnerin in Berlin. Ihre thematischen Schwerpunkte sind deutsch-jüdische Geschichte, LGBT+, Feminismus, Menschenrechte und Post-Ost. Unter Steiners Publikationen sind unter anderem „Love Migration“ (Quarteera), „Die anderen Mendelssohns“ I und II (Reprodukt), „Rendsburg Prinzessinstrasse - die Geschichte einer jüdischen Kleinstadtgemeinde“ (Jüdisches Museum Rendsburg) sowie die gezeichnete Prozessdokumentation für den CSD Cottbus www.steinercomix.de
Die HLSB freut sich gemeinsam mit den Beteiligten und Unterstützer:innen des Fördervereins über diese erfolgreiche Kooperation und hofft, ähnliche Veranstaltungen auch in Zukunft durchführen zu können. Eine Ausstellung der Werke der Schüler:innen ist angedacht. Hierzu wird die HLSB auf ihrer Website und über ihre Instagram-Präsenz frühzeitig informieren.
