Die CDU hatte sich für ihre Wahlparty im Hotel Platzhirsch versammelt. Brand bedankte sich bei der Familie, die ihm „viel Kraft gegeben“ habe. Für ihn sei es eine „Ehrensache“, die Menschen in der Region in Berlin zu vertreten. Dies bringe eine Verpflichtung mit sich: „Wir werden uns weiter um jeden Bürger kümmern.“ Als Wahlsieger stellte der CDU-Bundestagsabgeordnete fest: „Die CDU hat den klaren Auftrag, die Regierung zu stellen. Es wird einen Politikwechsel geben.“ Über den Erfolg ihm Wahlkreis freue er sich und sei gleichzeitig demütig über „dieses wirklich starke Ergebnis“. Es gehe darum, Vertrauen zurückzugewinnen und die großen Aufgaben als Regierung anzugehen. „Es liegt eine große Anstrengung vor uns, in der Politik und auch in der Gesellschaft“, machte der Bundestagsabgeordnete deutlich. Als stärkste Kraft wolle die CDU verschiedene politische Themen angehen. „Die Ampel ist mit dem heutigen Tag passé“, so Brand. Es müssten jetzt Kompromisse „für Deutschland“ gefunden werden. „Wir wollen Veränderung“, hob er abschließend hervor.
Die Freien Wähler hatten sich zum Wahlabend im Fuldaer Hof zusammengefunden. Direktkandidat Wilhelm Hartmann erklärte mit Blick auf die Ergebnisse, dass ein erhofftes „Wahlwunder“ ausgeblieben sei. Seine Motivation zur politischen Beteiligung sei dennoch ungebrochen stark: „Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Er berichtete von einer positiven Stimmung bei der Wahlparty und lobte die Wahlhelfer, mit denen er in den vergangenen Wochen intensiv zusammengearbeitet habe, teilweise noch bis Mitternacht am Samstagabend. Diese Motivation gelte es nun in Richtung Kommunalwahl aufzugreifen. Hartmann lobte die hohe Wahlbeteiligung: „Die Wähler haben alles gegeben.“ Er gratulierte außerdem Brand zum Sieg als Direktkandidat.
„Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass das Ergebnis besser ist“, erzählte Christine Fischer, Direktkandidatin der SPD für Fulda. Im Wahlkreisbüro verfolgte sie mit anderen SPD-Mitgliedern die Auswertungen des Wahlabends. Sie gratulierte Brand zum Sieg. Fischer wolle sich weiterhin politisch engagieren: „Das ist für mich kein Grund zur Resignation.“
Die FDP traf sich in der „Blauen Ziege“ in Petersberg am Wahlabend. Direktkandidat Philipp Kratzer meinte: „Wir zittern noch. Es wird ein langer Abend, wir müssen bis zum Ende warten.“ Er wolle unabhängig des Ergebnisses politisch weitermachen: „Ich bleibe ein Liberaler. Ich bin von unseren Inhalten überzeugt.“ Als Teil der Ampel habe die Partei viel Vertrauen verspielt, resümierte Kratzer. Deshalb müsse die FDP dieses Vertrauen zurückgewinnen. „Wichtig ist auch, wir sind ins volle politische Risiko gegangen“, gab der FDP-Politiker an. Es sei der Partei vornehmlich um die Entwicklung in Deutschland gegangen. „Wir hoffen, dass wir reinkommen“, fügte er an.
Bei den Grünen im Tag und Nachtcafé „Zum Goldnen Rad“ wurden ebenfalls die Wahlergebnisse mitverfolgt. Direktkandidatin Marie-Louise Puls meinte: „Für die Ergebnisse in der Stadt Fulda gehe ich mit einer gewissen Zufriedenheit raus.“ Das Ergebnis sei mit Blick auf die Wahlen 2021 vergleichsweise stabil geblieben, die Wählerinnen und Wähler seien erreicht worden. Für die Bundesebene merkte sie an: „Ich hätte mir natürlich mehr erhofft.“ Die Partei habe Prozentpunkte eingebüßt. Puls ergänzte: „Wir sehen, dass wir unter den Ampel-Parteien die Partei sind, die am wenigsten bluten musste.“ Insgesamt seien Klimapolitik und soziale Themen im Wahlkampf zu kurz gekommen.
Steven Lorenz, Direktkandidat der Linken, berichtete zum Wahlergebnis während der Wahlparty in der Wiesenmühle: „Fulda ist immer ein hartes Pflaster als Linker.“ Dennoch sei eine positive Entwicklung beim Ergebnis zu beobachten gewesen, was ihn persönlich freue. Sehr zufrieden sei er außerdem mit dem Wahlerfolg der Linken auf Bundesebene, die ihr Ergebnis zu 2021 verdoppeln konnten.
